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Professorin Olivia Roth von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hat kürzlich eine bedeutende Förderung aus der Initiative „Momentum – Förderung für Erstberufene“ der VolkswagenStiftung erhalten. Diese Unterstützung wurde vorgestern bekannt gegeben und zielt darauf ab, neu berufene Professoren in der frühen Phase ihrer Karriere zu fördern. Roth, die die Arbeitsgruppe Marine Evolutionsbiologie leitet, plant, ihre Professur am Zoologischen Institut der CAU infrastrukturell weiterzuentwickeln und ihr Forschungsgebiet voranzutreiben.

Mit dem Projekt „Neue Modellsysteme zur Erforschung der Ko-Evolution von Fortpflanzungsstrategie und Immunität“ möchte Roth ende 2026 neue, innovative Modellsysteme einführen. Sie setzt insbesondere auf verschiedene Fischarten, um besser zu verstehen, wie sich das Immunsystem und die unterschiedlichen Lebens- und Fortpflanzungsweisen in der Evolution gegenseitig beeinflussen. In diesem Rahmen sind Organismen mit unkonventionellen Fortpflanzungsweisen wie Geschlechtswechsel und besonderen Schwangerschaftsformen von besonderem Interesse.

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Forschung mit neuartigen Modellsystemen

Die Forschung von Roth wird sich auf Arten wie Korallengrundeln und Zahnkarpfen konzentrieren. Diese Fischarten zeichnen sich durch Merkmale wie bidirektionale Geschlechtsumwandlung und Zwittrigkeit aus. Sie besitzen kurze Generationszeiten, sind relativ einfach in Laboren zu halten und erlauben genetische Manipulationen. Diese Eigenschaften machen sie zu idealen Untersuchungssubjekten für Roths Forschungsziele.

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Ein zentrales Anliegen ihrer Arbeit ist es, die Wechselwirkungen zwischen Fortpflanzungsstrategien und dem Immunsystem genauer zu beleuchten. Darüber hinaus plant Roth, die Einflüsse von Hormonen, Genetik, Lebensweise, Mikrobiom und Umwelteinflüssen zu untersuchen. Ein besonders ambitioniertes Ziel ist es, evolutionsbiologische Erkenntnisse in die Humanmedizin zu übertragen. Roth will somit zur Verbesserung der Diagnose und Behandlung geschlechtsspezifischer Erkrankungen beitragen.

Bedeutung der Forschung

Professor Eckhard Quandt, CAU-Vizepräsident für Forschung, lobte die Forschung von Roth und betonte deren Bedeutung für die translationale Evolutionsforschung. Diese Art von Forschung könnte nicht nur relevante Erkenntnisse für die Biologie liefern, sondern auch direkte Anwendungen in der Medizin ermöglichen. Die Ergebnisse könnten beispielsweise dazu beitragen, geschlechtsspezifische Erkrankungen besser zu verstehen und zu behandeln.

Der Fokus auf das biologische Geschlecht als wichtigen Regulator der Immunfunktion wird durch Roths neue Forschungsergebnisse weiter hinterfragt. Ihre Arbeitsgruppe zeigt auf, dass Geschlechterrollen und Reproduktionsstrategien ebenfalls einen signifikanten Einfluss auf die Immunregulation haben. Diese Einsicht könnte weitreichende Konsequenzen für das Verständnis von Immunprozessen und deren evolutionären Anpassungen haben.

In der breiteren Perspektive der Evolutionsbiologie, wie sie an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) bearbeitet wird, sind Roths Ansätze besonders wertvoll. Die dortigen Forschungsbereiche decken ähnliche Themen ab, etwa die genomische Architektur von Spezies und deren evolutionäre Mechanismen. Diese interdisziplinären Ansätze fördern ein tieferes Verständnis der biologischen Vielfalt und deren evolutionärer Dynamik, auch im Hinblick auf zukünftige medizinische Anwendungen.