Am Mittwoch, dem 18. März, um 18 Uhr, wird Professor Frank Mücklich von der Universität des Saarlandes im Rahmen des Wissenschaftsforums über die intelligente Gestaltung von Materialoberflächen referieren. Der Vortrag findet in der Aula der Universität (Geb. A3 3) auf dem Saarbrücker Campus statt. Mücklich, der für seine Forschungen zu Funktionswerkstoffen bekannt ist, wird dabei auf die evolutionäre Entwicklung von Oberflächen bei Pflanzen und Tieren eingehen. Diese faszinierenden Strukturen beeinflussen direkt ihre Eigenschaften und Nutzung.
Besonders hervorzuheben ist die Technologie, die es ermöglicht, natürliche Muster auf Materialoberflächen zu übertragen. Die hierbei verwendete Lasertechnologie nutzt das physikalische Prinzip der Interferenz, um mikroskopische Strukturen in Sekundenschnelle zu erzeugen. Diese Innovation eröffnet zahlreiche Anwendungsgebiete in der Medizin, Elektromobilität und sogar der Raumfahrt.
Herausforderung für die Raumfahrt
Ein konkretes Beispiel für die Anwendung dieser Technologie ist die Prävention des Anheftens von Bakterien auf Materialoberflächen, was insbesondere für bemannte Missionen zur Mondstation von großer Bedeutung ist. Ein besonderer Bezug zu dieser Forschung besteht auch zu ESA-Astronaut Matthias Maurer, einem ehemaligen Studenten von Mücklich, der diese Technologien bereits auf der Internationalen Raumstation (ISS) getestet hat.
Interessierte haben die Möglichkeit, sich für den Vortrag anzumelden, und können dies unter der E-Mail-Adresse unigesellschaft(at)uni-saarland.de tun. Das Thema stellt nicht nur einen wissenschaftlichen Fortschritt dar, sondern öffnet auch neue Perspektiven für die Industrie.
Neue Methoden in der Lasermaterialbearbeitung
Parallel zu diesen Entwicklungen haben Forschende des Max-Planck-Instituts für Informatik in Saarbrücken eine neuartige Methode zur Lasermaterialbearbeitung erarbeitet. Diese innovative Technik nutzt Künstliche Intelligenz in Verbindung mit einem evolutionären Algorithmus, um Produktionsprozesse zu optimieren und zu beschleunigen. In Kooperation mit dem Hochtechnologieunternehmen TRUMPF erhält das Projekt Unterstützung in Höhe von rund 800.000 Euro durch das EXIST-Gründerprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK).
Ein zentrales Element dieser Methode ist das „Color Laser Marking“, bei dem metallische Oberflächen durch Laser erhitzt und eingefärbt werden. Der Prozess der Parameter-Exploration wird automatisiert, um sowohl Effizienz als auch Genauigkeit zu erhöhen. Der Algorithmus, der für diese Technik zum Einsatz kommt, misst die Eigenschaften der Markierungen und berechnet daraufhin neue Parameter für die nächsten Schritte. Damit bietet der Ansatz eine weltweit einzigartige Lösung, die auf unterschiedliche Laser, Substrate und Eigenschaften anwendbar ist.
Das Forscherteam bestehend aus Vahid Babaei, Sebastian Cucerca, Piotr Didyk und Hans-Peter Seidel sieht in dieser Technologie großes Potenzial für die Industrialisierung im Bereich der Lasermarkierungsindustrie. Das Max-Planck-Institut für Informatik selbst, gegründet im Jahr 1990, zählt zu den führenden Forschungsinstituten im Bereich der Informatik und ist Teil des Saarland Informatics Campus, der eine breite Palette an Informatikstudiengängen und Forschungsinitiativen bietet.