Forschende der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (JGU) unter der Leitung von Dr. Dandan Gao haben eine bahnbrechende Methode zur nachhaltigen Gewinnung von Ammoniak und Ameisensäure entwickelt. Diese innovative Technik könnte die herkömmlichen Produktionsmethoden revolutionieren, die derzeit auf dem energieintensiven Haber-Bosch-Verfahren basieren. Dieses Verfahren ist nicht nur kostenintensiv, sondern verursacht auch hohe CO2-Emissionen, was in Zeiten von Klimapolitik und Umweltbewusstsein zunehmend in die Kritik gerät. Laut JGU ist die Nachfrage nach beiden Chemikalien ungebrochen – Ammoniak spielt eine zentrale Rolle in der Landwirtschaft, während Ameisensäure in der Industrie vielseitig Verwendung findet.

Die von Gao und seinem Team entwickelte Methode basiert auf der Elektrolyse, die mit Ökostrom betrieben werden kann. Dies stellt einen deutlichen Fortschritt in der Suche nach umweltfreundlicheren Produktionswegen dar. Ein neuartiger Katalysator, bestehend aus Kupfer, Nickel und Wolfram, verbessert die Ausbeute an Ammoniak während der elektrochemischen Reduktion signifikant. Diese innovative Kombination der Elemente ermöglicht es, dass Kupfer Sauerstoff aus Nitrat entfernt, während Nickel Wasserstoff produziert und Wolfram den Wasserstoff an Stickstoff bindet.

Effizienzsteigerungen durch gepulste Elektrolyse

Ein besonderer Aspekt der neuen Methode ist die Implementierung von gepulster Elektrolyse. Im Gegensatz zur statischen Elektrolyse, die mit konstanten Spannungswerten arbeitet, wechselt die gepulste Elektrolyse zwischen zwei Spannungswerten. Diese Technik steigert die Ammoniak-Ausbeute um beeindruckende 17 Prozent. Der neu entwickelte Katalysator erzielt über 50 Prozent höhere Ausbeuten im Vergleich zu früheren Tandemkatalysatoren, was die Effizienz der Prozesskette erheblich verbessert.

Ein zusätzliches Highlight dieser Methode ist die gleichzeitige Produktion von Ameisensäure, da die Anode Glycerin, ein Abfallprodukt der Biodiesel-Produktion, anstelle von Wasser oxidiert. Dies führt nicht nur zur Nutzung von Abfallstoffen, sondern steigert auch die Gesamtproduktivität des Verfahrens. Die Ergebnisse dieser Forschung sind von großer Bedeutung und wurden kürzlich im renommierten Wissenschaftsmagazin Angewandte Chemie veröffentlicht.

Diese Entwicklungen markieren einen wesentlichen Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Chemieproduktion. Die herkömmlichen Verfahren in der Industrie könnten durch diese neue Technologie infrage gestellt werden, was nicht nur ökonomische Impulse, sondern auch positive Umweltauswirkungen nach sich ziehen könnte. Die Herausforderungen der modernen Industrie im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Effizienz stehen zunehmend im Fokus der Forschung, und die Ergebnisse von Gao und seinem Team könnten den Weg für zukünftige Innovationen ebnen.