Das Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Jens Haueisen an der TU Ilmenau hat ein innovatives System entwickelt, das die gleichzeitige und Echtzeit-Aufzeichnung von drei verschiedenen Signalgruppen während körperlicher Interaktionen ermöglicht. Dieses herausragende Projekt hat nun die Nominierung für den Europäischen Exzellenzpreis erhalten und steht damit im Fokus der internationalen Forschungscommunity.
Das Team setzt sich aus einer vielfältigen Gruppe von Fachleuten zusammen, darunter Biomedizintechniker, Informatiker, Neurowissenschaftler und Psychologen. Diese interdisziplinäre Kooperation ist entscheidend für die Entwicklung leistungsfähiger Technologien zur Analyse von multimodalen Daten, insbesondere im Kontext von Aktivitäten wie Tischtennis oder Tanzen.
Das System und seine Funktionen
Im Rahmen des Projekts wurden insgesamt zehn Signale synchronisiert, die von Gehirn, Herz, Lunge, Muskulatur und Körperbewegungen stammen. Diese Synchronisierung ist von essenzieller Bedeutung für die Analyse komplexer, multimodaler Daten. Um die Herausforderung der Synchronisation zu meistern, setzt das Team auf eine drahtlose Verbindung unabhängiger Systeme verschiedener Hersteller.
Ein zentrales Element des Systems ist die Reduzierung der Anzahl synchronisierbarer Geräte, indem diese in zwischengeschaltete Gerätegruppen gruppiert werden. Die EEG-Haube, EKG-Elektroden und ein Atemgurt sind beispielsweise drahtlos mit einem mobilen EEG-Gerät verbunden. Zudem werden EMG-Sensoren und Bewegungsmarker mit einem stationären Bewegungserfassungssystem verknüpft.
Multimodale Datenfusion und -analyse
Zusätzlich zur Hardware-Entwicklung hat das Team selbst entwickelte Software-Tools zur multimodalen Datenfusion und -analyse erstellt. Diese Tools ermöglichen eine tiefgehende Interpretation der komplexen Signale in einem interaktiven Prozess. Ein innovativer Ansatz zur Verringerung von Bewegungsartefakten ist ebenfalls Teil der Forschung. Diese Verfahren tragen dazu bei, die Analyse der funktionellen Konnektivität der Gehirne der Probanden zu verbessern und die Synchronizität der Gehirnaktivität zu untersuchen.
Das Projekt von Prof. Jens Haueisen und seinem Team an der TU Ilmenau zeigt, wie moderne Technologien und interdisziplinäre Ansätze in der Forschung zusammenspielen können, um das Verständnis von menschlichem Verhalten und neurologischen Prozessen zu vertiefen. Mit der Nominierung für den Europäischen Exzellenzpreis erhält diese wegweisende Arbeit die verdiente Aufmerksamkeit und Wertschätzung in der wissenschaftlichen Gemeinschaft.



