Am 13. April 2026 ging die 7. Internationale Giersch-Konferenz am Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) zu Ende. Die Veranstaltung stellte den Auftakt des neuen Forschungsverbunds SCALE (Sub-Cellular Architecture of LifE) dar, der seit 2023 Teil der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern ist. Ziel von SCALE ist die Entschlüsselung der Prinzipien der Selbstorganisation in Zellen sowie die Entwicklung digitaler Zwillinge, die als computergestützte Modelle der Dynamik innerhalb von Zellen dienen.
Die Konferenz, die unter dem Leitthema „Towards Digital Twins for Structural Cell Biology – Criteria, Chances and Challenges“ stand, vereinte rund 130 internationale Forscher aus den Bereichen Computational Science, Struktur- und Systembiologie. Hochrangige Teilnehmer wie Bernhard Brüne, Vizepräsident der Goethe-Universität, bezeichnete SCALE als „Aushängeschild“ für die Forschung an der Universität. FIAS-Direktor Jan Wörner stellte das neue Institutsmotto „biologically inspired computation“ vor.
Vielfältige Themen und Beiträge
Viele interessante Vorträge fanden während der Konferenz statt. Samantha Wood von der Indiana University Bloomington präsentierte ihre Forschung zu digitalen Zwillingen, die das Verhalten von Küken untersuchen. Dagmar Iber von der ETH Zürich sprach über digitale Zwillinge des weiblichen Hormonzyklus und deren Auswirkungen auf die Lungenentwicklung. Weiterhin diskutierten Experten wie Max Bonomi vom Institut Pasteur die integrative Strukturbiologie im Kontext von künstlicher Intelligenz.
Ein besonderes Augenmerk lag auf digitalen Zwillingen, die in verschiedenen biologischen Kontexten eingesetzt werden können, sei es in der Zell-Zell-Kommunikation, bei neuronalen Systemen oder der Modellierung von Genexpressionsnetzwerken. Die Konferenz bot Raum für interdisziplinären Austausch über Themen wie Open Science, die Integration heterogener Datensätze und die allgemeine Nutzung von KI in der biologischen Forschung.
Wissenschaftliche Förderung und Ausblick
Die Konferenz wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie der Frankfurter Stiftung Giersch gefördert. Die enge Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen – darunter die Goethe-Universität, das Max-Planck-Institut für Biophysik, das Max-Planck-Institut für Hirnforschung, die Universität des Saarlandes und die Johannes Gutenberg-Universität Mainz – zeigt das Engagement, exzellente Forschung im Bereich der Zellbiologie voranzutreiben. Die Veranstaltung stellte eine Plattform für den Austausch aktueller Forschungsergebnisse dar und förderte die wissenschaftliche Zusammenarbeit.
Zusätzlich zu den zentralen Themen der Konferenz fanden im UniReport Berichte über andere relevante Themen wie Nachrufe auf Jürgen Habermas und das Ergebnis der „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ statt. Auch die zukünftig stattfindenden Exkursionen, zum Beispiel nach Mombasa und Gotha, wurden angekündigt, wobei das Interesse an provenienzforschenden Lehrprojekten und der kulturellen Auseinandersetzung weiterhin groß ist.
Die fortwährende Förderung des Open Access Publikationsfonds der Universitätsbibliothek Frankfurt und die Zusammenarbeit im Rahmen von Projekten wie „Erziehung nach Auschwitz“ bieten zugleich einen wichtigen Rahmen für die Zukunft der Wissenschaft und deren gesellschaftlicher Verantwortung. Die Konferenz war somit nicht nur ein erfolgreicher Auftakt für SCALE, sondern auch ein prägender Moment für die akademische Gemeinschaft in Frankfurt.