Am 3. März 2026 wurde die Richtkrone am neuen Gebäude des Helmholtz-Institutes für Translationale Onkologie Mainz (HI-TRON) gehisst. Dieses Ereignis markiert einen wichtigen Fortschritt im internationalen Kampf gegen Krebs. Der Rohbau des Instituts ist bereits abgeschlossen, der Innenausbau befindet sich jedoch noch im Gange. Nach den Planungen wird das Gebäude, das mit Gesamtkosten von rund 33 Millionen Euro finanziert wird, im Jahr 2028 fertiggestellt sein. Die Mitarbeitenden werden dann im Killianweg ihren neuen Arbeitsplatz beziehen.

HI-TRON ist ein gemeinsames Institut des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), der TRON gGmbH, der Universitätsmedizin Mainz und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Ziel der Forschung im HI-TRON ist die Entwicklung von Strategien zur Bekämpfung von Krebs mithilfe des Immunsystems. Minister Clemens Hoch gratulierte den Beteiligten und betonte die hohe Bedeutung des Instituts für die medizinische Forschung und den Aufbau einer modernen Infrastruktur in Rheinland-Pfalz. Unimedizin Mainz berichtet, dass auch Oberbürgermeister Nino Haase die Entwicklung Mainzs zu einem internationalen Zentrum im Kampf gegen Krebs unterstrich.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit und Nachhaltigkeit

Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der JGU, sprach von einem Meilenstein für die Krebsforschung in der Region. Der Standort wird 2.300 m² Fläche für Büros und Labore bieten und ist darüber hinaus auf Nachhaltigkeit ausgelegt. So strebt man eine DGNB-Zertifizierung der Stufe Gold an und verwendet CO2-reduzierten Beton.

Das Architekturbüro HENN Architekten verantwortet das Design des neuen Forschungsgebäudes. Am neuen Standort sind bereits das Paul-Klein-Zentrum für Immunintervention und das Neuroimaging Center angesiedelt, was die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Forschungsbereichen stärkt. Univ.-Prof. Dr. Philipp Drees hob diese Vorteile hervor und verwies auf die Notwendigkeit, innovative Lösungen in der Krebsforschung zu finden. TRON versucht, diese innovativen Lösungen durch die Einführung neuer Technologien und Therapien voranzutreiben.

Forschung und Technologien in der Krebsimmuntherapie

Im Rahmen der Krebsforschung sind Immuntherapien zunehmend im Fokus der wissenschaftlichen Gemeinschaft. Wie WDR erklärt, zeigen derzeitige Ansätze vielversprechende Ergebnisse. Besonders hervorzuheben sind mRNA-Impfungen, die ähnlich wie die Corona-Impfstoffe funktionieren. Hierbei wird der Bauplan eines Tumorproteins in Muskelzellen injiziert, die daraufhin Tumor-Bausteine herstellen, die vom Immunsystem als fremd erkannt werden.

Obwohl mRNA-Impfstoffe gegen Krebs aktuell noch nicht zugelassen sind, deutet die Forschung auf vielversprechende Entwicklungen hin. Die CAR-T-Zelltherapie hingegen zeigt bereits Erfolge, ist jedoch teuer und aufwändig in ihrer Durchführung. Diese Therapieform hat sich besonders bei Leukämie-Patienten als wirksam erwiesen. Die Entwicklung neuer Krebsimpfstoffe erfährt ebenfalls Unterstützung, wie durch Dr. Mustafa Diken und andere Experten, die an TRON tätig sind. Dies ist von großer Bedeutung, um innovative ansätze in der Krebstherapie voranzutreiben und den medizinischen Bedarf zu decken.

Zusammenfassend stellt der Bau des HI-TRON nicht nur eine bauliche, sondern auch eine wissenschaftliche Errungenschaft dar. Die enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachbereichen und die Förderung nachhaltiger Baupraktiken unterstreichen das Engagement der beteiligten Institutionen, die Krebsforschung auf globalem Niveau voranzutreiben.