
Am 3. April 2025 wurde Rita Sevastjanova mit dem renommierten Südwestmetall-Förderpreis 2025 ausgezeichnet. Dieser Preis ist Teil einer jährlichen Tradition, die herausragende Dissertationen von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an baden-württembergischen Universitäten würdigt. In diesem Jahr wurden insgesamt neun Forschende geehrt, wobei Sevastjanova für ihre Dissertation in der Arbeitsgruppe von Daniel Keim an der Universität Konstanz ausgezeichnet wurde.
Die Dissertation von Sevastjanova trägt den Titel „Interactive Visual Investigation of Word Embedding Contextualizations in Large Language Models“. In ihrer Arbeit hat sie bedeutende Fortschritte im Verständnis großer KI-Sprachmodelle (LLM) wie den bekannten GPT-Modellen erzielt. Besonders hervorzuheben ist, dass sie grafische Analyseansätze entwickelt hat, um die komplexen „kontextuellen Einbettungen“ zu untersuchen. Diese mathematischen Repräsentationen von Wörtern passen sich an den jeweiligen sprachlichen Kontext an und eröffnen damit neue Perspektiven für die Analyse von Sprachmodellen und deren generierten Texten.
Innovative Ansätze für die Sprachmodellforschung
Sevastjanovas Methoden bieten nicht nur tiefere Einblicke in die Funktionsweise von Sprachmodellen, sondern ermöglichen auch personalisierte Entscheidungshilfen für die Auswahl solcher Modelle basierend auf Nutzerpräferenzen. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird von Dr. Joachim Schulz, dem Vorsitzenden von Südwestmetall, überreicht. Sevastjanova ist derzeit als Postdoktorandin im „Interactive Visualization and Intelligence Augmentation (IVIA)“ Labor der ETH Zürich tätig.
Die Auszeichnung des Südwestmetall-Förderpreises erfolgt seit 35 Jahren und hat sich als wichtiger Bestandteil zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses etabliert. Bei der Preisverleihung betonte Schulz, dass die ausgezeichneten Dissertationen einen bedeutenden Beitrag zur industriellen Arbeitswelt und zu sozialpolitischen Rahmenbedingungen leisten.
Bedeutung der Auszeichnung
Staatssekretär Arne Braun hob in seiner Ansprache die Relevanz der Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft hervor und betonte die Rolle junger Forschender in den aktuellen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen. Schulz wies auf die massiven Veränderungen der Rahmenbedingungen in Baden-Württemberg hin, die durch technologische Umbrüche, Digitalisierung, Nachhaltigkeitsziele und den demografischen Wandel hervorgerufen werden.
Die Auszeichnung wurde an folgende Nachwuchswissenschaftler vergeben:
Name | Universität | Thema der Dissertation |
---|---|---|
Dr. Niklas Goby | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg | Deep Reinforcement Learning in Operations Management Concepts and Application |
Dr. Johannes U. Dahlke | Universität Hohenheim | Flooding the Landscape of Knowledge: Perspectives on Transitions to Artificial Intelligence in Industry |
Dr. Ali Riza Durmaz | Karlsruher Institut für Technologie | Experimental and Data-driven Workflows for Microstructure-based Damage Prediction |
Dr. Felix Petersen | Universität Konstanz | Learning with Differentiable Algorithms |
Dr. Aline Lanzrath | Universität Mannheim | Talent- und Diversitätsmanagement im Vertrieb: Eine empirische Untersuchung der Erfolgsfaktoren für die Gewinnung und Bindung von Vertriebstalenten |
Dr. Kathrin Pollmann | Universität Stuttgart | A Human-Centered Pattern Approach to Comprehensible and Pleasant Behavioral Expressions for Social Robots |
Dr. Michael Niemeyer | Eberhard Karls Universität Tübingen | Neural Scene Representations for 3D Reconstruction and Generative Modeling |
Dr. Franziska Babel | Universität Ulm | Derivation and Evaluation of Psychological Conflict Resolution Strategies for Autonomous Service Robots |
Die diesjährige Preisverleihung unterstreicht nicht nur die herausragenden Forschungsleistungen der ausgezeichneten Wissenschaftler, sondern auch die Notwendigkeit einer krisenfesten und zuverlässigen Finanzierung des Hochschulsystems, um qualitativ hochwertige Forschung und Lehre zu gewährleisten. Uni Konstanz berichtet, dass Sevastjanovas Arbeit und die der anderen Preisträger einen wertvollen Beitrag für die Zukunft der Wissenschaft leisten werden.
Für weitere Informationen über die Förderpreise und die Rolle des Südwestmetall-Arbeitgeberverbands besuchen Sie bitte Südwestmetall.