Die Technische Universität Dortmund trauert um eine ihrer bedeutendsten Persönlichkeiten, Prof. Dr. Rita Süssmuth, die am 14. Februar 2026 verstorben ist. Ihre akademische und politische Laufbahn prägte nicht nur die Hochschule, sondern auch die deutsche Gesellschaft insgesamt. Süssmuth wurde bereits im zarten Alter von 36 Jahren zur Professorin für „Allgemeine Pädagogik“ an der Pädagogischen Hochschule (PH) Ruhr berufen. Diese Institution fusionierte 1980 mit der Universität Dortmund, wo sie fortan die stellvertretende Leitung des Instituts für Sozialpädagogik innerhalb der Abteilung für Erziehungswissenschaft übernahm.
Ihr Engagement beschränkte sich jedoch nicht nur auf den akademischen Bereich. Süssmuth begann früh, sich politisch zu engagieren, und war Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat für Familienfragen des Bundesfamilienministeriums sowie in der dritten Familienberichtskommission. Ihre Leidenschaft für gesellschaftlich wichtige Themen führte sie 1982 nach Hannover, wo sie das Forschungsinstitut „Frau und Gesellschaft“ leitete. Ab 1985 war sie als erste Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit aktiv. In dieser Funktion setzte sie sich für die Wahlfreiheit von Frauen zwischen Familie und Beruf ein, kämpfte für ein liberaleres Abtreibungsrecht und engagierte sich gegen die gesellschaftliche Ausgrenzung von Aidskranken.
Einflussreiche politische Karriere
Rita Süssmuths politische Karriere erreicht ihren Höhepunkt zwischen 1988 und 1998, als sie als Bundestagspräsidentin die Reform des deutschen Parlaments nach der Wiedervereinigung leitete. Während ihrer Amtszeit trug sie maßgeblich zum Umzug des Parlaments nach Berlin bei. Süssmuth blieb bis 2002 Mitglied des Bundestages, wo sie einen bedeutenden Einfluss auf die Themen Zuwanderung und Integration ausübte.
Nach Jahren der politischen und gesellschaftlichen Aktivitäten, kehrte Süssmuth 2018 an die Technische Universität Dortmund zurück, um das 50-jährige Bestehen der Universität zu feiern. In dieser feierlichen Runde wurde die Ehrendoktorwürde an Donald Tusk verliehen. In ihrer Laudatio würdigte Süssmuth das unermüdliche Engagement Tusks für die Europäische Union, was einmal mehr ihren unerschütterlichen Glauben an die europäische Zusammenarbeit und Integration unter Beweis stellte, wie auch tu-dortmund.de erwähnt.
Vermächtnis und Erinnerung
Die Technische Universität Dortmund wird das Andenken an Rita Süssmuth in Ehren halten. Ihre Vision für Bildung und Integration wird weiterhin eine Inspirationsquelle für zukünftige Generationen sein. Durch ihre unermüdliche Arbeit und ihren unerschütterlichen Einsatz für gesellschaftliche Themen hat Süssmuth Spuren hinterlassen, die in der akademischen und politischen Landschaft Deutschlands unvergessen bleiben.