
Am 2. April 2025 beginnt die Hannover Messe, auf der die Professur Robotik und Mensch-Technik-Interaktion der TU Chemnitz ihre neuesten Forschungsergebnisse präsentieren wird. Die Leitung des Projekts liegt in den Händen von Prof. Dr. Ulrike Thomas. Bis zum 4. April 2025 können Besucher die Innovationen am Stand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Halle 2, Stand A28, bestaunen.
Im Mittelpunkt der Präsentation steht das Projekt „aiRobot – Effizienter Digitaler Zwilling: Datengetriebenes Lernen für Roboter“. Dieses ambitionierte Vorhaben erhält rund eine Million Euro an Fördergeldern und hat das Ziel, eine simulationgestützte Trainingsplattform für intelligente Fertigungsroboter zu entwickeln.
Innovationen in der Robotertechnik
Ein zentraler Aspekt des Projekts ist die Möglichkeit, Roboterarbeitsplätze zu scannen und in digitale Zwillinge zu überführen. Dadurch wird ein virtuelles Vortraining in einer sicheren Simulationsumgebung ermöglicht, was den Trainingsprozess der Roboter erheblich beschleunigt. Erfolgreiche Ergebnisse aus diesem virtuellen Training können dann auf reale Roboter übertragen werden, was nicht nur die Umrüstzeiten reduziert, sondern auch die Kosten für produzierende Unternehmen senkt.
Diese Softwarelösung wird nach Abschluss des Projekts für alle fertigenden Unternehmen zugänglich sein. Ziel ist es, insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen zu helfen, wettbewerbsfähig zu bleiben, indem Technologien der Industrie 4.0 in ihre Produktionsabläufe integriert werden.
Kollaboration im Fokus
Ein weiterer bedeutender Aspekt der Forschungsanstrengungen an der TU Chemnitz ist die Teilnahme am EU-Forschungsprojekt „Flexible Assembly Manufacturing with Human-Robot Collaboration and Digital Twin Models“ (FELICE). Dieses Projekt, an dem die Fraunhofer-Gesellschaft beteiligt ist, untersucht die Kollaboration zwischen Menschen und Robotern in der Produktion.
Ein Schwerpunkt dieser Forschung liegt auf der physischen und kognitiven Ergonomie der Angestellten. Mit Hilfe von Datenquellen wie Wearables, Brain Computer Interfaces (BCIs) und Kamerasystemen wird ein „digitaler Zwilling“ des Menschen erstellt. Diese fusionierte Repräsentation ermöglicht es, das Verhalten unterstützender Roboter gezielt anzupassen.
Die Anwendung und Weiterentwicklung von klassischen Fusions- und Modellierungsmethoden sowie von Methoden des Maschinellen Lernens (ML) und der Künstlichen Intelligenz (KI) stehen dabei im Fokus, um die Interaktion zwischen Mensch und Maschine zu optimieren.
Zusätzlich kooperiert die TU Chemnitz mit der Isento GmbH zur Entwicklung eines günstigen 3D-gedruckten Roboters namens Pib, der speziell für den Schulbereich konzipiert ist. Dieser Roboter kann von Schülerinnen und Schülern selbst zusammengebaut werden, und die Isento GmbH liefert die Softwareplattform für das Training.
Mit diesen Projekten setzt die TU Chemnitz wichtige Akzente in der Robotik- und Automatisierungsforschung, die sowohl die Effizienz in der Industrie steigern als auch die Ausbildung junger Menschen in technischen Berufen unterstützen sollen.