Am 8. Februar 2026 wird der Unichor Essen im Hörsaalzentrum S04 die „Petite Messe Solennelle“ von Gioachino Rossini aufführen. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr und verspricht, ein markantes Highlight des kulturellen Kalenders der Region zu werden. Mit 150 aktiven Mitgliedern wird der Unichor Essen die Messe nach intensiven Proben präsentieren und dabei sowohl die Abwechslung als auch die Besonderheit dieses oft als herausragend betrachteten geistlichen Werkes des 19. Jahrhunderts zum Ausdruck bringen. Diese Messe wird als eine der bemerkenswertesten Vertonungen des katholischen Messetextes angesehen, geprägt von Heiterkeit, feiner Ironie und religiösem Ernst.

Die Ungewöhnlichkeit der Begleitung, bestehend aus zwei Klavieren, einer Orgel und dem charakteristischen Akkordeon, verleiht der Messe eine besondere Farbe und macht sie zu einem faszinierenden Erlebnis. Dirigent Hermann Kruse wird von talentierten Solisten unterstützt: Inga-Britt Andersson (Sopran), Dagmar Linde (Alt), Bohyeon Mun (Tenor) und Gerrit Miehlke (Bass) werden zum Teil gemeinsam mit Maik Hester (Akkordeon) und Christoph Weßkamp (Klavier) auf der Bühne stehen.

Ein Meisterwerk der Musikgeschichte

Die „Petite Messe Solennelle“ wurde 1863 komponiert, 34 Jahre nach Rossinis letztem Opernwerk. Diese Komposition wurde möglicherweise auf Initiative des Grafen Alexis Pillet-Will für seine Frau Louise in Auftrag gegeben. Ironisch bezeichnete Rossini die Messe als „petite“, was im Widerspruch zu ihrer Größe und Komplexität steht.

Die Messe ist in mehrere ausgedehnte Sätze unterteilt und folgt in der Besetzung der 18. Jahrhundert Tradition des neapolitanischen Cembalos. Rossini spezifizierte zwölf Sänger für die Aufführung: acht Chormitglieder und vier Soloisten. Er selbst assistierte während der ersten Aufführung am 14. März 1864 im Haus der Comtesse de Pillet-Will, indem er die Seiten umblätterte und die Tempi markierte.

Historische Aufführungen und Rezeption

Bereits einen Tag nach der Premiere erfolgte eine Wiederholung für ein größeres Publikum, darunter auch Mitglieder der Presse. Die erste öffentliche Aufführung fand am 24. Februar 1869 in Paris statt, dicht vor Rossinis 77. Geburtstag. Nach seinem Tod ordnete Rossini an, dass die orchestralen Aufführungen nur in Anwesenheit seines persönlichen Umfelds stattfinden dürfen, um sicherzustellen, dass keine unzulässigen Änderungen an seiner Musik vorgenommen werden.

Die Messe hat sich im Laufe der Jahre einen Platz im Repertoire vieler Chöre erobert und erhält auch bei den Zuhörern immer wieder positives Feedback. Kritiker haben die Kompositionskunst Rossinis gewürdigt, der es gelang, mit dieser Arbeit seine Meisterschaft der musikalischen Struktur und Erfindungsgabe zu zeigen.

Interessierte können Tickets für die Aufführung zum Preis von 15 Euro (ermäßigt 8 Euro) entweder über die Chormitglieder oder an der Abendkasse erwerben. Vorbestellungen sind ebenfalls möglich unter unichor-essen@web.de. Weitere Informationen sind auf der Website des Unichors Essen verfügbar.