Ein Forscherteam der Universität Rostock und des Max-Born-Instituts in Berlin hat einen Durchbruch in der ultraschnellen Optik erzielt. Wissenschaftler konnten organische Kristalle, ähnlich denen, die in organischen Solarzellen vorkommen, dazu nutzen, kurze Laserblitze in hochenergetisches Licht umzuwandeln. Diese spannenden Ergebnisse wurden in der renommierten Fachzeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht.
Die neuesten Forschungen zeigen, dass intensive Laserblitze Elektronen in Bewegung versetzen, was zur Erzeugung hoher Harmonischer führt. Diese hohen Harmonischen sind entscheidend für die Sichtbarmachung von Elektronenbewegungen in einem Zeitrahmen von Attosekunden – das sind Trillionstel Sekunden. Es ist interessant zu wissen, dass die Erzeugung hoher Harmonischer erst 2023 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet wurde und bisher in erster Linie an anorganischen Festkörpern untersucht wurde.
Erste Ergebnisse mit organischen Kristallen
Die Rostocker Wissenschaftler haben nun erstmals diesen Prozess in einem organischen molekularen Kristall, dem Pentacen, demonstriert. Ultrakurze Infrarot-Laserblitze wurden auf dünne Pentacen-Kristalle gerichtet, wobei Lichtblitze mit bis zur 17-fachen Energie des ursprünglichen Laserlichts gemessen wurden. Die erzeugte harmonische Strahlung reagierte sensibel auf die Ausrichtung des Kristalls und die Polarisation des einfallenden Lichts.
Projektleiterin Dr. Franziska Fennel hebt hervor, dass empfindliche organische Materialien überraschenderweise extremen Bedingungen intensiver Laserpulse standhalten können. Diese Erkenntnisse eröffnen neue Möglichkeiten, elektronische Kopplungen und Bewegungen in organischen Materialien genauer zu untersuchen, ohne auf Elektroden oder komplexe Messkontakte angewiesen zu sein.
Förderung und Zusammenarbeit
Die Studie ist im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 1477 „Light–Matter Interactions at Interfaces (LiMatI)“ der Universität Rostock entstanden. Dieses Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und bringt verschiedene Arbeitsgruppen zusammen, darunter die von Professor Dieter Bauer und Dr. Franziska Fennel an der Universität Rostock sowie Dr. Maria Richter am Max-Born-Institut in Berlin.
Mit diesen Fortschritten in der ultraschnellen Optik könnten neue Technologien entstehen, die nicht nur die Grundlagenforschung voranbringen, sondern auch praktische Anwendungen in Bereichen wie der Photonik und der Quantenkommunikation eröffnen.