Hans-Jürgen Lüsebrink, Romanistik-Professor an der Universität des Saarlandes, hat den renommierten „Prix d’Histoire du Gouverneur Général du Canada“ erhalten. Mit diesem Preis wird die herausragende Biografie über Paul-Marc Sauvalle (1857-1920) gewürdigt, die den Titel „Paul-Marc Sauvalle (1857-1920) – Journaliste engagé et intellectuel cosmopolite canadien-français“ trägt. Die Preisverleihung fand am 27. Januar 2026 in Rideau Hall, Ottawa, statt, unter der Schirmherrschaft von Gouverneure Générale Mary Simon. Lüsebrink, der seit über 30 Jahren die Kultur-, Literatur- und Mediengeschichte von Québec und des französischsprachigen Kanada erforscht, beschreibt Sauvalle als bedeutende, aber weitgehend vergessene Persönlichkeit, die ihre Zeit entscheidend prägte.

Die Biografie von Lüsebrink, die im November 2024 bei den „Presses de l’Université de Montréal“ veröffentlicht wird, verfolgt den Werdegang von Sauvalle, der von Frankreich über Louisiana und Mexiko nach Montreal und Ottawa wanderte. Als Absolvent der École spéciale militaire de Saint-Cyr gehörte er zur französischen Militäraristokratie. Nach seiner Militärzeit ließ er sich in New Orleans nieder, bevor er später in Montreal als Chefredakteur und Journalist für bedeutende französischsprachige Zeitschriften wie La Presse, La Patrie und Canada-Revue arbeitete.

Ein Leben im Dienste des Journalismus

Paul-Marc Sauvalle war nicht nur Journalist, sondern auch Vermittler zwischen Europa und Amerika, was Lüsebrink besonders hervorhebt. Zu seinen Bekannten zählten prominente Persönlichkeiten wie Honoré Beaugrand, Louis Fréchette und Arthur Buies. Sauvalles Kosmopolitismus und seine vielfältigen Erfahrungen aus verschiedenen Ländern prägten seine Arbeit und Sichtweise. Lüsebrink verfolgt mit seinem Buch das Ziel, das Erbe von Sauvalle zu beleuchten und sein Werk der breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Mit dem Prix d’Histoire du Gouverneur Général wird nicht nur seine Biografie ausgezeichnet, sondern auch die bedeutende Rolle, die Sauvalle in der kanadischen Geschichte einnimmt. Diese Auszeichnung gehört zu den höchsten wissenschaftlichen Ehren in Kanada und würdigt herausragende Leistungen in verschiedenen Kategorien. Darüber hinaus erhielt Lüsebrink bereits im Juni 2025 den Prix de la Société historique du Canada für sein Buch, was seinen Status als Experte auf dem Gebiet weiter festigt.

Die Preisverleihung umfasste neben dem Preisgeld in Höhe von 1.000 Kanadischen Dollar auch eine Einladung nach Ottawa sowie die Übernahme der Reise- und Aufenthaltskosten. Neben seiner Position an der Universität des Saarlandes ist Lüsebrink auch assoziierter Professor an der Université Laval in Québec und Mitglied des Centre Canadien d’Études Allemandes et Européennes der Université de Montréal. Diese Vielseitigkeit unterstreicht seine engagierte Arbeit im Bereich der Kultur- und Medienwissenschaften und seinen Beitrag zur Erforschung der franco-kanadischen Identität.