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Wissenschaftler der Universität Osnabrück haben spannende Fortschritte in der Erforschung des Vertrauens bei Schimpansen (Pan troglodytes troglodytes) gemacht. Laut universität-osnabrueck.de ist Vertrauen ein entscheidender Bestandteil sozialer und kooperativer Beziehungen, doch der Ursprung und die evolutionäre Entwicklung menschlichen Vertrauens sind noch weitgehend unbekannt. Prof. Dr. Simone Pika, Leiterin des Projektes am Institut für Kognitionswissenschaft, hebt hervor, dass bislang vorliegende Studien zu diesem Thema oft widersprüchliche Ergebnisse liefern.

Das Forschungsteam plant eine empirische Untersuchung im Loango National Park in Gabun. Es sollen quantitative Daten gesammelt und ausgewertet werden, um das Vertrauen in sozialen Interaktionen von Schimpansen zu analysieren. Die wissenschaftliche Untersuchung verfolgt das Ziel, Rückschlüsse auf das Verhalten von Schimpansen zu ziehen, das möglicherweise tiefere Einsichten in die Entwicklung menschlichen Verhaltens zulässt. Dabei wird insbesondere untersucht, wie Vertrauen in sozialen Interaktionen, wie dem Teilen von Nahrung oder Unterstützung in Konfliktsituationen, zum Tragen kommt.

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Die Rolle von Freundschaften

Parallel dazu fanden Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig heraus, dass Schimpansen Freundschaften auf Vertrauen gründen. Diese Erkenntnisse deuten darauf hin, dass vertrauensbasierte Freundschaften evolutionär früher entstanden sind, als bislang angenommen. Jan Engelmann, einer der Forscher, erklärt, dass Menschen häufig nur ihren Freunden in wichtigen Angelegenheiten vertrauen.

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In einer fünfmonatigen Studie wurden 15 Schimpansen im Sweetwaters Chimpanzee Sanctuary in Kenia untersucht. Die Schimpansen wurden anhand ihrer freundlichen Interaktionen, wie Fellpflege und gemeinsamer Nahrungsaufnahme, einem besten Freund und einem Nicht-Freund zugeordnet. Während der Untersuchung nahmen die Schimpansen an einer abgewandelten Version des „Human Trust Game“ teil. Dabei konnten sie zwischen einem „Kein Vertrauen“-Seil und einem „Vertrauen“-Seil wählen.

Ergebnisse und Ausblick

Die Ergebnisse zeigten deutlich, dass die Schimpansen ihren Freunden häufiger Vertrauen schenkten als nicht befreundeten Artgenossen. Zudem waren sie eher bereit, Ressourcen zu teilen, wenn es sich um einen Freund handelte. Diese Beobachtungen legen nahe, dass die sozialen Dynamiken bei Schimpansen Parallelen zu menschlichen Freundschaften aufweisen. Engelmann und sein Team beabsichtigen, in zukünftigen Studien zu untersuchen, ob Schimpansen ihren Freunden eher Hilfe leisten als nicht befreundeten Tieren.

Das Projekt von Prof. Dr. Pika an der Universität Osnabrück wird von der Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur mit etwa 104.000 Euro bis März 2029 unterstützt. Die Forschung soll nicht nur das Verständnis von Vertrauen und Kooperation stärken, sondern auch nationale und internationale Vernetzungen in der Wissenschaft fördern. Für weitere Informationen steht Prof. Dr. Simone Pika unter der E-Mail-Adresse spika@uos.de zur Verfügung.