Die Bildungskonferenz in Lüneburg, die am 19. Februar 2026 stattfand, brachte eine Vielzahl von Akteuren zusammen, darunter Lehrkräfte, Schulleitungen, Mitarbeitende aus der Schulsozialarbeit, Elternvertreter sowie Beschäftigte aus Verwaltung und Politik. Diese Veranstaltung widmete sich der wichtigen Frage der Partizipation von Kindern im Schulalltag. Ziel war es, den Stimmen der Jüngsten zuzuhören und ihre Ideen zu diskutieren, wie eine Schule zum Wohlfühlen gestaltet werden kann. Leuphana Universität Lüneburg berichtet, dass Kinder in einem sicheren Umfeld besser lernen, insbesondere wenn sie aktiv an Entscheidungen mitwirken können.
Prof. Dr. Simone Abels von der Leuphana Universität unterstrich die Herausforderungen, mit denen Schulen konfrontiert sind. Kommunikationsfördernde Ansätze und der Mut zur Veränderung seien essenziell, um diesen Problemen zu begegnen. Besonders erwähnenswert ist die Einbindung von Grundschüler:innen in die Konzeption der Workshops, die gemeinsam mit Studierenden erarbeitet wurden. Ninja Müller, eine Lehrbeauftragte, stellte fest, dass die Themen „Schule als Lebensort“, „Verpflegung“ sowie „Soziales Miteinander“ und „Partizipation“ von den Kindern selbst bestimmt wurden.
Kindliche Perspektiven und Wünsche
Die Kinder hatten spannende Ideen zur Verbesserung ihrer Schulumgebung. Sie äußerten den Wunsch nach einem Schwimmbad auf dem Schulhof, einem Förderband für Schulrucksäcke und Rückzugsorten. Ein weiteres Anliegen war die Schaffung von Pausenräumen für schlechtes Wetter sowie intakte Toiletten. Zudem verlangten die Dritt- und Viertklässler:innen nach einem flexiblen Stundenplan, der sich an ihren Interessen orientiert, etwa in den Fächern Tierkunde, Kochen, Nähen oder Gaming. Gleichzeitig machten sie klar, dass sie auf die Fächer Mathe und Deutsch nicht verzichten möchten. Bei all den Wünschen betonten sie den Wert von Respekt, Zuhören, gegenseitiger Hilfe und Vertrauen für eine angenehme Schulerfahrung.
Diese Ansätze stehen im Einklang mit grundlegenden Bildungszielen in Deutschland. Denn eine der zentralen Aufgaben von Schulen ist es, Kindern und Jugendlichen sowohl fachliche Kompetenzen als auch Werte für aktive Teilhabe an der Gesellschaft zu vermitteln. Die Bundeszentrale für politische Bildung hebt hervor, dass die Förderung von demokratischer Urteilsfähigkeit und aktiver Partizipation essenziell ist und in den Schulgesetzen sowie Lehrplänen verankert werden sollte.
Demokratiebildung als Pflicht
Eine jährliche Umfrage, das Deutsche Schulbarometer 2025, zeigt ein klares Bild bezüglich der Demokratiebildung an Schulen. 54 Prozent der Lehrkräfte in Deutschland sind der Meinung, dass an ihren Schulen mehr für Demokratiebildung getan werden sollte. Dies spiegelt sich auch in den unterschiedlichen Schulformen wider: Während 39 Prozent der Grundschullehrkräfte Handlungsbedarf sehen, fordern 66 Prozent der Lehrkräfte an Berufsschulen eine Intensivierung der Angebote. An Förderschulen glauben 64 Prozent der Pädagogen, dass hier Verbesserungen notwendig sind.
Insgesamt wird deutlich, dass der Bedarf an wirkungsvoller Demokratiebildung an Schulen weit verbreitet ist. Die Erkenntnisse aus der Lüneburger Bildungskonferenz sind somit nicht nur beispielhaft für einen partizipativen Ansatz, sondern auch ein wichtiger Schritt hin zu einer Schule, die den Bedürfnissen aller Beteiligten gerecht wird. Neben der Entwicklung konkreter Handlungsoptionen müssen Schulen die innere Einstellung und Zukunftsorientierung der Akteure berücksichtigen, um erfolgreich Veränderungen zu implementieren.