Am 14. Februar 2026 wird die Diskussion über das Schulsystem in Baden-Württemberg wieder intensiv geführt. Im Mittelpunkt steht die Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums (G9 neu) sowie die Rückkehr zur verbindlichen Grundschulempfehlung zum Schuljahr 2025/26. Diese Veränderungen erfolgen vor dem Hintergrund einer heterogenen Gesellschaft und teils unbefriedigender Ergebnisse aus Schulvergleichsstudien. Zudem sind sinkende Haushaltsmittel und demografische Veränderungen wesentliche Faktoren, die zur aktuellen Diskussion beitragen. PH Ludwigsburg berichtet, dass im Januar 2024 eine unabhängige Arbeitsgruppe ins Leben gerufen wurde, die sich aus Schulleitern, Verwaltungsmitarbeitern und Bildungswissenschaftlern zusammensetzt.

Diese Arbeitsgruppe veröffentlichte im Juni 2024 einen Vorschlag für die „Neue Sekundarschule“, ein Konzept, das maßgeblich von der Robert Bosch Stiftung GmbH unterstützt wird. Ziel ist es, die Schulstruktur in Baden-Württemberg grundlegend zu überarbeiten. So wird die Zusammenführung von Werkrealschule, Realschule und Gemeinschaftsschule in einer inklusiven Sekundarschule angestrebt. Damit sollen nicht nur der Mittlere Abschluss, sondern auch die Hochschulreife nach den Klassen 9 und 10 ermöglicht werden.

Einrichtung und Ziele der Neuen Sekundarschule

Besonders hervorzuheben ist die Organisation der Neuen Sekundarschule. Es wird als Ganztagsschule durchgeführt, die mit multiprofessionellen Teams arbeiten soll. Der Fokus liegt auf individueller Lernbegleitung und einer stärkeren Berufsorientierung sowie digitaler Bildung, die unter anderem Informatik und Künstliche Intelligenz umfasst. Der Genehmigungsprozess für die Einführung der Neuen Sekundarschule ist auf vier Jahre angelegt, um Schulen die notwendige Autonomie und Unterstützung zur Umsetzung der neuen Anforderungen zu bieten.

Der Entwicklung des Konzeptes gingen umfangreiche Gespräche mit mehr als 60 Bildungsexperten und Institutionen voraus. Diese haben dazu beigetragen, insbesondere den Begriff der Inklusion und die standortspezifische Qualitätsentwicklung zu schärfen. Im Rahmen des Konzepts wurde auch das „Transition Year“ nach Klasse 10 konkretisiert und Empfehlungen zur sozialindexbasierten Ressourcenzuweisung sowie kommunalen Bauvorhaben aufgenommen.

Bildungsgerechtigkeit im Fokus

Ein zentrales Ziel der Neuen Sekundarschule ist es, allen Jugendlichen den Zugang zu einem ersten Bildungsabschluss zu ermöglichen. Darüber hinaus sollen möglichst viele Schüler einen mittleren Abschluss oder die Hochschulreife erreichen. Die Arbeitsgruppe betrachtet ihr Konzept als sachlichen und überparteilichen Beitrag zur Weiterentwicklung des Schulsystems in Baden-Württemberg. PH Ludwigsburg hebt hervor, dass die gründliche Auseinandersetzung mit ökonomischen Argumenten und eine differenzierte Analyse des Forschungsstands notwendig sind, um die Bildungschancen zu verbessern.

Die frischen Impulse des Konzepts und die angestrebte Reform der Schulstruktur könnten entscheidend dazu beitragen, die Bildungsgerechtigkeit in der Region zu fördern und auf die Herausforderungen des Bildungsmarktes angemessen zu reagieren. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie die Umsetzung der Neuen Sekundarschule gelingt und ob die angestrebten Ziele erreicht werden können.