Im Rahmen eines öffentlichen Vortrags am 24. März 2026 um 18.30 Uhr in der Aula der Justus-Liebig-Universität Gießen wird Silke Müller über die Herausforderungen sprechen, denen sich Kinder und Jugendliche in unserer von Social Media, Internet und Künstlicher Intelligenz geprägten Welt gegenübersehen. Die Veranstaltung, die vom Staatlichen Schulamt für den Landkreis Gießen und den Vogelsbergkreis in Kooperation mit dem Zentrum für Lehrkräftebildung (ZfL) der JLU organisiert wird, richtet sich an Lehrkräfte, Schulleitungen, Lehramtsstudierende, sowie an Eltern und Interessierte am Bildungssystem. Der Einlass beginnt bereits um 18 Uhr und der Eintritt ist frei, sodass eine breite Öffentlichkeit eingeladen ist, an dieser wichtigen Diskussion teilzunehmen.

Silke Müller, Jahrgang 1980, ist eine erfahrene Fachfrau in der Bildungslandschaft. Mit 16 Jahren Erfahrung als Schulleiterin ist sie nicht nur Bestsellerautorin und Digitalbotschafterin des Landes Niedersachsen, sondern auch eine gefragte Beraterin des Forum Bildung Digitalisierung e.V. Ihr neuestes Buch „Schule gegen Kinder“, das im Februar 2026 veröffentlicht wurde, thematisiert die Herausforderungen, mit denen Schulen in der digitalen Aufklärung konfrontiert sind. Besonderes Augenmerk wird in ihrem Vortrag auf die Themen Medienkompetenz, Jugendschutz im digitalen Raum und Schulentwicklung gelegt. Nach dem Vortrag wird eine Podiumsrunde stattfinden, in der Vertreter des Staatlichen Schulamts sowie der Schulen auf Fragen des Publikums eingehen.

Dringlichkeit von Medienkompetenz

Die Notwendigkeit, Medienkompetenz an Schulen zu fördern, zeigt auch eine aktuelle Vodafone-Studie, die feststellt, dass etwa die Hälfte der Jugendlichen wünscht, weniger Zeit auf Social Media zu verbringen, jedoch Schwierigkeiten hat, dieses Ziel zu erreichen. Fast 70% der Jugendlichen nutzen Social Media täglich über zwei Stunden, ein Drittel sogar mindestens fünf Stunden. Zudem wünschen sich über 80% der Befragten Unterstützung von Schulen in Form von Unterrichtseinheiten und Projekten, um besser mit der digitalen Welt umgehen zu können. Dies unterstreicht den Handlungsbedarf, den Silke Müller auch in ihrem Vortrag thematisieren wird.

Eine Sonderauswertung der PISA-Studie 2022 hat darüber hinaus ergeben, dass sich viele 15-Jährige in Deutschland nicht zutrauen, die Qualität von Informationen aus dem Internet zu beurteilen. Während 69% sicher sind, Informationen im Internet finden zu können, fühlen sich nur 47% in der Lage, diese Informationen auch kritisch zu bewerten. Solche Statistiken verdeutlichen die Herausforderungen, mit denen Lehrkräfte und Schulen konfrontiert sind, um Medienkompetenz zielgerichtet zu fördern.

Einblick in den aktuellen Medienkompass

Zusätzlich zeigt der neue Jugendschutz- und Medienkompetenzbericht der Landesmedienanstalten, dass Kinder und Jugendliche sich vorrangig über Social Media informieren. Dies führt dazu, dass die Grenzen zwischen Information, Meinung und Werbung zunehmend verschwimmen. Politische Influencer nutzen gezielt Zuspitzungen und Feindbilder, was das Risiko der Polarisierung erhöht. Die Berichte lenken damit die Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit, nicht nur die Medienkompetenz zu stärken, sondern auch einen effektiven Jugendschutz im digitalen Raum zu gewährleisten.

Wichtige Maßnahmen wie eine verlässliche Altersverifikation und klare Anbieterpflichten sind nötig, um den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet zu verbessern. Außerdem wird betont, dass Jugendliche als aktive und kritische Gestalter befähigt werden müssen, um sicher im digitalen Raum agieren zu können.

Insgesamt wird deutlich, dass die Themen Medienkompetenz und Jugendschutz von zentraler Bedeutung für die Entwicklung eines tragfähigen Bildungssystems in der digitalen Ära sind. Weitere Informationen und Details zur Veranstaltung sind auf den Seiten der Justus-Liebig-Universität Gießen zu finden.