Am 13. Februar 2026 hat die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) ein umfassendes Gutachten veröffentlicht, das sich mit sicherheitsrelevanter Forschung und Innovation beschäftigt. In der Analyse wird ein erheblicher Nachholbedarf in diesem wichtigen Bereich festgestellt. Prof. Dr. Carolin Häussler, Mitglied der EFI und stellvertretende Vorsitzende, betont die dringende Notwendigkeit, sicherheitspolitisch relevante Forschung und Lehre in Deutschland zu stärken. Um das Innovationspotenzial voll auszuschöpfen, sollen wissenschaftliche Leuchttürme etabliert werden, die sich mit sicherheitspolitischen Themen auseinandersetzen und Wissen in die politische Praxis transferieren.

Ein zentrales Anliegen der EFI ist die Erweiterung des Kreises der Akteure in der sicherheitsrelevanten Forschung. Prof. Dr. Irene Bertschek hebt hervor, dass neue technologische Lösungen nicht nur von etablierten Unternehmen, sondern auch von neuen Akteuren entwickelt werden sollten. Zusätzlich zeigt eine Umfrage im September 2025, dass 15,9% der Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe bereits Produkte oder Dienstleistungen im Bereich Sicherheit und Verteidigung anbieten. Weitere 8,3% planen, ihre Aktivitäten in diesem Bereich zu intensivieren, während 6,1% ein Portfolio-Upgrade in Richtung Sicherheit und Verteidigung anstreben.

Vernetzung und Kooperation

Um die Potenziale von nicht im Sicherheitsbereich tätigen Akteuren zu erschließen, fordert die EFI die Schaffung von Strukturen für Vernetzungs- und Kooperationsaktivitäten. Hierzu zählt auch das neu eingerichtete Innovationszentrum der Bundeswehr in Erding, welches darauf abzielt, die Zusammenarbeit zwischen Forschungs- und Innovationsakteuren sowie der Bundeswehr zu verbessern. In diesem Kontext wird die Bundeswehr aufgefordert, eine Strategie für Gründungen aus ihren Reihen zu entwickeln.

Ein weiterer wichtiger Punkt des Gutachtens ist die Bedeutung einer raschen und innovationsorientierten Beschaffung für die Bundeswehr. Der im Januar beschlossene Bundeswehrbeschaffungsbeschleunigungsgesetz soll dazu beitragen, die Beschaffungsprozesse zu beschleunigen und Regelungen für Innovationspartnerschaften zu etablieren. Die EFI empfiehlt, die Entstehung von Sprunginnovationen im Verteidigungsbereich außerhalb klassischer Beschaffungsstrukturen zu fördern. Zudem wird die Einrichtung einer eigenständigen Agentur für Sprunginnovationen angeregt, die strategische Partnerschaften mit anderen EU- und NATO-Staaten eingehen könnte.

Wachstumspotenziale im Innovationsbereich

Das Gutachten betrachtet ebenfalls das Transferpotenzial deutscher Hochschulen. Es wird festgestellt, dass deutsche wissenschaftliche Publikationen im Innovationspotenzial mit den US-amerikanischen Publikationen vergleichbar sind. Allerdings weist die EFI darauf hin, dass viele Patentanmeldungen, die auf deutschen Forschungsergebnissen basieren, im Ausland eingereicht werden. Diese Tatsache zeigt, dass Deutschland Wachstumschancen ungenutzt lässt und Maßnahmen ergriffen werden müssen, um diesen Trends entgegenzuwirken.

Die EFI, seit ihrer Gründung im Jahr 2008 aktiv in der wissenschaftlichen Politikberatung für die Bundesregierung, analysiert das deutsche Innovationssystem im internationalen Vergleich und setzt sich dafür ein, dass Deutschland eine führende Rolle in der sicherheitsrelevanten Forschung einnimmt, die für die nationale und internationale Sicherheit unerlässlich ist.

Für weiterführende Informationen besuchen Sie bitte uni-passau.de und zms.bundeswehr.de.