Sidebar Werbung
Sidebar Werbung

Smartphones sind mittlerweile ein elementarer Bestandteil des Alltags, doch ihre Präsenz kann gravierende Abstriche an der Aufmerksamkeitsleistung zur Folge haben. Dies belegt eine aktuelle Studie von Forschern der Universität Paderborn, die in dem renommierten Nature-Journal „Scientific Reports“ veröffentlicht wurde. Die Wissenschaftler Jeanette Skowronek, Andreas Seifert und Prof. Dr. Sven Lindberg haben gezeigt, dass selbst ausgeschaltete Smartphones eine Ablenkung darstellen.

Die Studie erfasst Proband*innen im Alter von 20 bis 34 Jahren und kommt zu dem Ergebnis: Teilnehmer ohne Smartphones erbrachten signifikant bessere Leistungen bei Aufmerksamkeitstests. Prof. Lindberg hebt hervor, dass Aufmerksamkeit ein aktiver Prozess ist, der aktiv geschützt werden muss. Er empfiehlt, das Handy im Alltag möglichst in einem anderen Raum zu lassen, um negative Effekte auf die Konzentrationsfähigkeit zu minimieren. Ein simples Abdecken oder Ausschalten des Geräts genügt nicht, um die störenden Einflüsse vollständig auszuschalten.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Ein kultureller Wandel ist erforderlich

Die Relevanz der Paderborner Studie wird auch von außen erkannt. So veröffentlichte die New York Times am 27. März einen Gastbeitrag von Cal Newport, der einen tiefgreifenden Kulturwandel im Umgang mit digitaler Ablenkung fordert. Er sieht in der unreflektierten Smartphone-Nutzung eine ernsthafte Bedrohung für die Konzentration und den Austausch zwischen Menschen.

In-article Werbung
In-article Werbung

In einem breiteren Kontext zeigt eine Analyse von Deutschlandfunk Kultur, dass Hessen als erstes Bundesland die private Nutzung von Smartphones in Schulen verboten hat. Dieses Verbot zielt darauf ab, die psychische Gesundheit und Lernfähigkeit junger Menschen zu fördern. Zahlreiche Studien belegen, dass Smartphones die Konzentration von Kindern und Jugendlichen erheblich beeinträchtigen.

Die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit

Der Bildungsforscher Klaus Zierer hat hierzu verschiedene Studien aus Norwegen, Spanien, Tschechien, England und Schweden verglichen, die diese Ablenkung bestätigen. Der Neurobiologe Martin Korte warnt zusätzlich, dass eine ständige Bildschirmnutzung essenzielle Reize entzieht, welche für die geistige Entwicklung notwendig sind.

Unter Erwachsenen sind die Ergebnisse zur Smartphone-Nutzung gemischter. Eine Metastudie von Denise Andrzejewski lässt darauf schließen, dass sich Erwachsene in ihrer Konzentrationsfähigkeit tendenziell verbessern konnten. Im Gegensatz dazu berichtete Gloria Mark von einer Abnahme der Konzentration seit 2004, da die durchschnittliche Zeit, die Menschen einer Aufgabe widmen, stetig sinkt. Dies lässt die Frage aufkommen, inwiefern die Smartphone-Nutzung die Wahrnehmung der eigenen Leistungsfähigkeit beeinflusst.

Zusätzlich hebt die WHO die negativen Effekte der Smartphone-Nutzung auf die soziale Isolation und Einsamkeit junger Menschen hervor. In den letzten zehn Jahren hat sich die psychische Gesundheit von 12- bis 25-Jährigen verschlechtert, was sich in Schlaflosigkeit, Angstzuständen und Depressionen zeigt. Obgleich wissenschaftliche Arbeiten Zusammenhänge zwischen der Smartphone-Nutzung und psychischen Problemen aufzeigen, mangelt es an eindeutigen Kausalitäten.

Glücklicherweise zeigen Studien, dass ein bewussterer Umgang mit Smartphones sowohl das Wohlbefinden steigern als auch depressive Symptome verringern kann. Eine internationale Untersuchung ergab, dass 90% der Teilnehmer, die ihre Internetnutzung einschränkten, sich psychisch besser fühlten. Eine andere Studie verringerte die Smartphone-Nutzung auf zwei Stunden täglich und stellte eine Verbesserung des Wohlbefindens fest.

Um diese Entwicklung zu fördern, bieten Smartphone-Hersteller bereits Fokus-Funktionen an, die Ablenkungen reduzieren sollen. Darüber hinaus gibt es Apps wie FocusFriend, die Nutzer dazu motivieren, das Handy weniger zu verwenden. Diese Ansätze könnten dazu beitragen, die dringend benötigte Balance im Umgang mit digitalen Technologien herzustellen.