Die Universität präsentiert 2026 zum vierten Mal in Folge ein Summer Camp, das Studierende und junge Forscher bei der Entwicklung von Masterarbeiten und Promotionen unterstützt. Dieses Jahr fokussiert sich das Camp auf partizipative, transdisziplinäre Forschung und Citizen Science, ein Ansatz, der auch bei vielen aktuellen Forschungsprojekten an Bedeutung gewinnt. Dr. Thomas Metten, der seit 2023 das Camp leitet, erklärt, dass das Ziel darin besteht, die Bedarfe und das Wissen der Menschen vor Ort in die Forschung zu integrieren und so sozial tragfähige Lösungen zu entwickeln. Um daran teilzunehmen, müssen Interessierte bis zum 19. April eine Ideenskizze zum Schwerpunktthema einreichen.
Die Bewerbung wird von einer Kommission bewertet, die 20 Teilnehmer auswählt. Diese verbringen eine Woche an der Katholischen Universität, um ihre Forschungsideen zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Im Rahmen des Camps werden die Teilnehmer in verschiedenen Aspekten der partizipativen Forschung geschult, darunter ethische Rahmenbedingungen und epistemische Vielfalt. Das Angebot umfasst zudem kreative Ansätze wie Design Thinking und die Gestaltung wissenschaftlicher Poster. Kosten für Anreise, Unterbringung und Verpflegung werden vollständig von der Universität übernommen.
Integration von Bürgerbeteiligung in die Forschung
Partizipative Forschung umfasst auch verschiedene spannende Projekte, die über das Summer Camp hinausgehen. Ein Beispiel ist das Projekt IndI (2023-2026), das darauf abzielt, die Qualität von Online-Diskursen zu verbessern und Zugangshürden abzubauen. Teil dieses BMBF-geförderten Clusters ist ein Team aus Sozialwissenschaftlern und Informatikern, das mit einem offenen Wissenschaftsansatz arbeitet. Das bedeutet, dass nicht-wissenschaftliche Akteure aktiv eingebunden werden und die Ergebnisse offen kommuniziert werden.
Weitere innovative Forschungsprojekte betreffen spezifische gesellschaftliche Herausforderungen. Die klinische Studie TTDO-DFU-CoCo (2025-2026) an der LMU München setzt sich beispielsweise mit der Heilung chronischer Wunden bei diabetischem Fußsyndrom auseinander. Hier werden Patient*innen und Angehörige als Co-Forschende mit einbezogen, was eine kontinuierliche Begleitung und Mitgestaltung der Studie sicherstellt. Ziel ist die Entwicklung eines chirurgischen Verfahrens, das die Durchblutung und Gewebe-Regeneration verbessert.
Vernetzung und Unterstützung in der transdisziplinären Forschung
Die Bedeutung von transdisziplinärer und partizipativer Forschung wird auch auf der GTPF-Arbeitstagung am 12. und 13. März 2026 in Eberswalde thematisiert. Diese Gesellschaft für Transdisziplinäre und Partizipative Forschung e.V. vernetzt Forschende und Lehrende, die in diesem Bereich tätig sind. Ziel dieser Fachgesellschaft ist es, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu unterstützen und die Professionalisierung, Konsolidierung sowie Etablierung transdisziplinärer Forschungsansätze zu fördern.
In einem weiteren Projekt wird der Einfluss von Ernährung auf Herz-Kreislauf-Risikofaktoren bei Diabetes mellitus Typ 1 untersucht. In einem partizipativen Prozess arbeitet das Institut für Biometrie und Epidemiologie daran, eine systematische Übersichtsarbeit zu erstellen, bei der auch Bürger*innen aktiv mitwirken.
Dank solcher Projekte wird deutlich, dass partizipative Forschung ein unverzichtbarer Teil der wissenschaftlichen Landschaft geworden ist, der dazu beiträgt, die Kluft zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu überwinden. Weitere Informationen über das Summer Camp und andere Initiativen finden Interessierte auf der Website der Katholischen Universität sowie der Bürgeruniversität und der Gesellschaft für Transdisziplinäre und Partizipative Forschung.



