Forschende der Universität Greifswald, zusammen mit der Universität Bonn und dem Naturkundemuseum Buenos Aires, haben bahnbrechende Erkenntnisse über die Reißfestigkeit und Elastizität von Spinnenfäden gewonnen. Diese Ergebnisse werden am 26. Januar 2026 in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlicht. Im Mittelpunkt der Studie steht die Kescherspinne (Deinopidae), die in tropischen und subtropischen Regionen vorkommt und bekannt dafür ist, ein klebriges Netz blitzschnell auf ihre Beute zu werfen.

Das Forschungsteam nutzte Hochgeschwindigkeitsaufnahmen und Elektronenmikroskopie, um die Dynamik des Netzwurfs sowie die Struktur der Spinnenfäden zu analysieren. Die Studienergebnisse zeigen, dass die Fangfäden der Kescherspinne ein neuartiges Strukturprinzip aufweisen. Diese Fäden besitzen eine elastische Proteinstruktur, die durch die Bewegung der Spinnwarzen verändert werden kann.

Details zur Struktur und Leistung der Fäden

Die Fangfäden zeichnen sich durch eine gekräuselte Mikrostruktur aus, während die äußeren Fäden eine lineare Struktur besitzen. Ein besonders bemerkenswertes Ergebnis der Forschung ist, dass die Fangfäden anfangs weich und formbar sind. Bei Dehnung jedoch werden sie widerstandsfähig und zeigen eine erhöhte Reißfestigkeit. Diese Fäden sind in der Lage, Dehnungen von bis zu 150 % standzuhalten, während die äußeren Fäden bei etwa 20 % reißen.

Die Entdeckung dieser besonderen Eigenschaften könnte weitreichende Konsequenzen für die Entwicklung synthetischer Hochleistungsfasern haben. Solche Fasern, die sowohl flexibel als auch strapazierfähig sind, könnten in verschiedenen Industrieanwendungen Einsatz finden. Die Erkenntnisse der Forschung eröffnen somit neue Perspektiven für die Materialwissenschaft.

Weitere Informationen können direkt bei Dr. Jonas Wolff, dem Ansprechpartner am Zoologischen Institut und Museum der Universität Greifswald, eingeholt werden.

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Die Studie zu den Spinnenfäden und deren Eigenschaften verdeutlicht, wie viel wir von der Natur lernen können. Durch die Untersuchung einheimischer Organismen wie der Kescherspinne wird nicht nur das Wissen um biologische Strukturen erweitert, sondern auch die Tür zu innovativen Anwendungen in der Technologie geöffnet. uni-greifswald.de berichtet, dass der Mensch durch Inspiration aus der Natur neue Materialien entwerfen kann, die den Anforderungen moderner Anwendungen gerecht werden.