Eine neue Studie, die von der Philipps-Universität Marburg und der Technischen Universität Dresden geleitet wird, untersucht das Stresserleben von Paaren. Angesichts der Tatsache, dass über ein Drittel der Menschen jährlich an einer psychischen Störung erkrankt, ist diese Forschung besonders relevant. Stress gilt als entscheidender Auslöser für Depressionen, und viele dieser Belastungen finden ihren Ursprung in sozialen Beziehungen.
Paarbeziehungen können sowohl entlastende als auch belastende Faktoren für das psychische Wohlbefinden der Partner darstellen. Über die Wechselwirkungen innerhalb von Partnerschaften wird in der Studie besonderes Augenmerk gelegt. Sie zielt darauf ab, die Stressübertragung zwischen Partnern zu untersuchen und Wege zur Verbesserung der Stressresilienz und des psychischen Wohlbefindens zu entwickeln.
Ziele und Methodik der Studie
Die Studie hat mehrere zentrale Ziele. Dazu gehört die Untersuchung der Stressübertragung innerhalb von Partnerschaften sowie die Durchführung zweier Trainingsansätze, die auf Stressresilienz abzielen. Geplant ist eine gemeinsame Laborerhebung, um das Stresserleben von Paaren und die zugrunde liegenden neuronalen Prozesse zu erfassen. Zusätzlich wird ein achtwöchiges Online-Training angeboten, das darauf abzielt, die mentale Gesundheit und sozialen Kompetenzen der Teilnehmer zu stärken.
Für diese Studie werden Paare im Alter von 18 bis 65 Jahren gesucht. Dies umfasst sowohl Paare mit als auch ohne depressive Vorerkrankungen eines Partners. Die Teilnahme der Paare soll dazu beitragen, ein besseres Verständnis für Depressionen zu entwickeln und neue Unterstützungsangebote zu erarbeiten. Das Projekt ist Teil des SFB/TRR 393 „Trajectories of Affective Disorders“, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird.
Untersuchung von affektiven Störungen
Das Forschungsprojekt umfasst mehrere Universitäten, darunter Münster, Bonn und das KIT Karlsruhe. In insgesamt 24 Teilprojekten wird untersucht, wie affektive Störungen entstehen, verlaufen und sich verändern. Ziel ist es, sowohl kognitiv-emotionale als auch neurobiologische Mechanismen besser zu verstehen, um letztlich neue Therapieansätze entwickeln zu können.
Die Ergebnisse dieser Studie könnten nicht nur sich selbst betroffenen Paaren helfen, sondern auch einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der psychologischen Versorgung in Deutschland leisten. Es bleibt abzuwarten, wie die Erkenntnisse aus der Untersuchung in die Praxis überführt werden können, um das psychische Wohlbefinden von Paaren effektiv zu unterstützen.



