Am 27. Februar 2026 hat die PH Schwäbisch Gmünd ein innovatives Workshop-Programm mit dem Titel „Tierisch gelassen – im wilden Dschungel des Alltags“ ins Leben gerufen. Entwickelt von Studierenden der Fachrichtung Gesundheitsförderung und Prävention, zielt dieses Programm darauf ab, Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren spielerisch an Strategien zur Stressbewältigung heranzuführen und ihre psychosozialen Kompetenzen zu stärken. Ines Schröder von der Abteilung Pädagogische Psychologie und Gesundheitspsychologie hebt hervor, dass Kinder den Umgang mit Stress aktiv erlernen können, was einen zentralen Bestandteil dieser Aktivitäten darstellt.

Die Workshops ermöglichen es den Kindern, eigene Bewältigungsstrategien zu entwickeln und persönliche Stärken zu entdecken. Zudem erleben die Teilnehmenden soziale Unterstützung als wichtige Ressource. Während der Übungen zeigen viele Kinder große Begeisterung und bringen eigene Erfahrungen ein, die sie in konkrete Strategien für ihren Alltag umsetzen können. Eine Evaluation des Programms ist in Planung, um die Inhalte und Methoden des Workshops weiter zu optimieren. Laut PH Schwäbisch Gmünd engagieren sich die Studierenden in Kooperation mit erfahrenen Fachkräften, um ein umfassendes Lernumfeld zu schaffen.

Die Herausforderungen der mentalen Gesundheit

Die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen steht in Deutschland unter erheblichem Druck. Studien des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zeigen, dass rund 17 % der Grundschulkinder auffällige psychische Befunde aufweisen. Etwa ein Fünftel lebt mit einer psychischen Störung, wobei häufige Probleme wie Ängste, ADHS, Lernstörungen und Depressionen auftreten.

Besonders betroffen sind Kinder aus armutsgefährdeten Familien, die mit einem fast ein Drittel deutlich höherer Prävalenz an psychischen Störungen konfrontiert sind. Die Folgen dieser Störungen sind gravierend und reichen von schlechteren Schulleistungen bis hin zu langfristigen psychischen Belastungen. Psychische Erkrankungen beginnen häufig bereits in der Kindheit, weshalb eine frühzeitige Prävention von entscheidender Bedeutung ist.

Präventionsmaßnahmen und Unterstützungsangebote

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat das Bundesjugendministerium zahlreiche Initiativen zur Stärkung der mentalen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ins Leben gerufen. Dazu gehören Materialien, die Stressbewältigungsstrategien für Kinder im Alter von 5 bis 10 Jahren vermitteln. Anja von Kampen hat mit der Figur Knietzsche unter anderem einen Animationsfilm und ein Mini-Buch entwickelt. Diese Ressourcen stehen kostenfrei zur Verfügung und richten sich an Familien, Grundschulen und Institutionen, die mit Kindern arbeiten.

Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf dem Präventionsprogramm „Wir zusammen – SOS-Mental Health Peers“, das in Zusammenarbeit mit dem SOS Kinderdorf e. V. gefördert wird. Hierbei wird ein Peer-to-Peer-Ansatz verfolgt, bei dem Jugendliche Gleichaltrige unterstützen, um das Bewusstsein für psychische Gesundheit zu schärfen. Weitere Angebote wie ein Web Based Training (WBT) zum Thema „Traumasensibler Umgang mit psychisch belasteten Kindern und Jugendlichen“ ergänzen das Unterstützungsangebot.

Für belastete Kinder und Jugendliche besteht zudem die Möglichkeit, sich an die „Nummer gegen Kummer“ (116 111) zu wenden oder die Plattform „JugendNotmail“ zu nutzen, die vertrauliche, kostenlose und datensichere Online-Beratung anbietet. Diese Initiativen sind essenziell, um die seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen langfristig zu fördern und sie auf die Herausforderungen des Lebens vorzubereiten.