Die psychischen Folgen von Gewalterfahrungen stellen ein bedeutendes Forschungsthema dar, das im Fokus einer neuen Studie steht. Diese Untersuchung mit dem Titel „Leben nach Gewalt“ wird von den Universitäten Frankfurt, Gießen und Marburg durchgeführt und befasst sich mit den Auswirkungen von Gewalterfahrungen auf die psychische Gesundheit.

Wie die Universität Frankfurt berichtet, zielt das Projekt darauf ab, das seelische Erleben der Betroffenen zu erfassen und die Veränderungen sowie Zusammenhänge von Beschwerden nach Gewalterfahrungen zu verstehen. Die Studie wird durch das Land Hessen im Rahmen des LOEWE-Programms finanziert und ist Teil des Forschungsprojektes DYNAMIC, welches unter der Leitung von Winfried Rief und Andreas Reif steht.

Forschungsdesign und Methodik

Das Team hinter der Studie besteht aus Antragstellern wie Regina Steil und Rolf van Dick aus Frankfurt, Christiane Hermann aus Gießen sowie Nina Alexander aus Marburg. Um ein umfassendes Bild der psychischen Gesundheit der Teilnehmenden zu erhalten, werden psychologische, biologische und soziale Faktoren berücksichtigt.

Die Teilnehmenden werden über mehrere Wochen hinweg begleitet, wobei verschiedene Methoden zur Datensammlung zum Einsatz kommen. Hierzu zählen Fragebögen, Interviews sowie biologischen Messungen, wie etwa Haarproben, um körperliche Stressmarker zu erfassen.

Ein innovativer Aspekt dieser Studie ist die Nutzung einer Smartphone-App. Diese App ermöglicht es den Teilnehmenden, täglich über ihr seelisches Erleben zu berichten, was eine dynamische Erfassung der psychischen Veränderungen erlaubt.

Teilnahmebedingungen und Abläufe

Für die Teilnahme an der Untersuchung werden Erwachsene im Alter von 18 bis 70 Jahren gesucht, die körperliche Gewalt erlebt haben. Die Teilnehmenden erwartet eine Vergütung von bis zu 420 Euro für ihre Mitarbeit in der etwa vierwöchigen Untersuchungsphase.

Der Ablauf der Studie umfasst ein telefonisches Screening, gefolgt von zwei Terminen, die jeweils drei bis vier Stunden dauern. Diese Termine beinhalten Interviews und das Ausfüllen von Fragebögen, sowie die Entnahme von Bioproben. Anschließend erfolgt eine dreiwöchige Datenerfassung via Smartphone-App, gefolgt von einer abschließenden Sitzung.

Ziel und Ausblick

Das übergeordnete Ziel dieser umfassenden Studie ist es, ein besseres Verständnis für die psychischen Veränderungen, die nach Gewalterfahrungen auftreten, zu entwickeln. Dies soll dazu beitragen, Betroffene besser unterstützen zu können.

Interessierte können sich jederzeit an die Studienleitung wenden, um weitere Informationen zu erhalten. Die Forschung hat das Potenzial, wichtige Erkenntnisse über den Einfluss von Gewalt auf die Psyche zu liefern, die für therapeutische Ansätze und Unterstützung von Betroffenen von entscheidender Bedeutung sein könnten.