Manuel Noack steht am Anfang seines Traums. Im ersten Semester studiert er Sprachen und Kulturen Ostasiens an der Ruhr-Universität Bochum. Was vor nicht allzu langer Zeit unvorstellbar schien, ist nun Realität. Mit einem Hintergrund als Fachkraft für Lagerlogistik und mehreren Jahren Berufserfahrung treibt ihn ein großes Interesse an der japanischen Sprache und Kultur an.

Sein Werdegang hat sich nach einer gesundheitlichen Krise grundlegend gewandelt. Diese Phase inspirierte ihn, sich intensiver mit Japan auseinanderzusetzen. Ein prägender Aufenthalt in Tokio, wo er eine Sprachschule besuchte und Kontakte zu Institutionen wie dem Goethe-Institut sowie der Ostasiengesellschaft knüpfte, sorgte für den entscheidenden Anstoß. Während dieser Zeit erfuhr er von der Möglichkeit, auch ohne Abitur zu studieren. Mit einem vollständigen Überblick über seine Optionen wandte er sich an die Studienberatung der Ruhr-Universität. news.rub.de berichtet, dass er die Zulassungsvoraussetzungen erfüllte und das Verfahren unkompliziert war.

Der Weg ins Studium

Der Zugang zum Studium ohne Abitur hat in Deutschland an Bedeutung gewonnen. Vor 25 Jahren studierten lediglich etwa 8.500 Personen ohne allgemeine Hochschulreife. Aktuell sind es rund 70.000, die diesen Weg nutzen, wie studieren-ohne-abitur.de berichtet. Trotz dieses Anstiegs bleibt der Zugang für beruflich Qualifizierte herausfordernd. Der Online-Studienführer bietet umfassende Informationen und Checklisten für Studieninteressierte, die überlegen, wie sie auf diesem Weg erfolgreich sein können.

Manuel profitiert von einem NC-freien Studiengang, der ihm einen unkomplizierten Eintritt in die akademische Welt ermöglicht. Der Umstieg zur Universität war jedoch nicht ohne Herausforderungen. „Man muss lernen, sich selbst zu organisieren“, betont er und hebt hervor, wie wichtig es ist, auch außerhalb der Vorlesungen aktiv zu lernen.

Emotionale Achterbahn und Zukunftspläne

Besonders für seine Familie ist Manuel Noack der erste, der studiert, was seine Entscheidung umso bedeutungsvoller macht. Die Kombination aus Berufserfahrung und nun akademischer Ausbildung gibt ihm ein Gefühl der Erfüllung. Er beschreibt das Studium als emotionale Achterbahn, die sowohl analoge als auch digitale Lernmethoden verlangt.

Mit Blick auf die Zukunft denkt er über Möglichkeiten in Deutschland und Japan nach. Selbstständigkeit als Übersetzer, Japanischlehrer oder Reiseleiter sind Optionen, die ihm schwebten. Darüber hinaus spielt er mit dem Gedanken, einen spezialisierten Masterstudiengang im Bereich Konferenzdolmetschen zu beginnen.

Die Bedeutung des Studiums ohne Abitur zeigt sich nicht nur in persönlichen Geschichten, sondern auch in den statistischen Erhebungen. Rund 95.000 Personen haben seit der Einführung dieser Möglichkeit erfolgreich einen Abschluss erworben. Weiterhin bieten Programme wie das Aufstiegsstipendium Unterstützung für Fachkräfte mit Berufsausbildung und Praxiserfahrung.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass der Zugang zu Hochschulbildung in Deutschland zunehmend diverser und zugänglicher wird. Der Online-Studienführer hilft dabei, den richtigen Weg zu finden und bietet detaillierte Informationen, die an die besonderen Bedürfnisse der Studierenden angepasst sind.