Am 15. Februar 2026 fand eine aufschlussreiche Exkursion der Bucerius Law School im Mercedes-Benz-Werk in Bremen statt. Diese Initiative ist Teil des arbeitsrechtlichen Schwerpunkts, den die Hochschule in ihren Programmen verfolgt. Die Exkursionen bieten den Studierenden die Möglichkeit, direkt mit Praktikern zu interagieren und verschiedene Perspektiven zu aktuellen arbeitsrechtlichen Fragestellungen zu gewinnen. Der Personalleiter Torben Andrasch begrüßte die Gruppe und eröffnete die Besichtigung des Werks.
Die Studierenden hatten die Gelegenheit, sich mit weiteren Personalern und Spitzenvertretern des Betriebsrats auszutauschen. Dies förderte einen vertieften Einblick in die arbeitsrechtlichen Herausforderungen und die Praxis vor Ort. Die Exkursion umfasste nicht nur einen fachlichen Austausch, sondern auch eine exklusive Führung durch das Presswerk und die Halle 3, in der die bekannten Mercedes-Sportwagen gefertigt werden. Die Gruppe wurde von Dieter Martens, dem Leiter der Halle 3, durch das Werk geführt, was den Besuch besonders informativ gestaltete.
Einblick in die Unternehmensstruktur
Die Exkursion war ein wichtiger Bestandteil des Programms der Bucerius Law School, das darauf abzielt, den Studierenden tiefere Einblicke in verschiedene Arbeitsfelder zu gewähren. Diese strukturierten Exkursionen finden auch in anderen wichtigen Bereichen statt. Zum Beispiel besuchten die Studierenden im Sommer 2025 Frankfurt am Main, um mehr über die Deutsche Flugsicherung (DFS) und deren Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) zu erfahren. Hierbei wurde ein umfassender Austausch mit Fluglots:innen über deren Berufserfahrungen angeboten. Die Verhandlungen führten zu einer Tarifeinigung, die zahlreiche Anpassungen für die Arbeitsbedingungen in der Luftfahrt beinhaltete.
Insgesamt hat die DFS ungefähr 5.700 Mitarbeitende, von denen 2.200 Fluglotsen sind, die täglich bis zu 10.000 Flüge koordinieren. Diese Exkursionen vermitteln den Studierenden wertvolle praktische Erfahrungen und fördern das Verständnis für die komplexen Rahmenbedingungen, unter denen Arbeitsrecht praktiziert wird.
Betriebliche Mitbestimmung und rechtliche Rahmenbedingungen
Die Exkursionstage in Frankfurt beinhalteten auch Besuche bei der Kanzlei von Thomas Ubber, wo über kollektives Arbeitsrecht diskutiert wurde. Am zweiten Exkursionstag erfolgte ein Besuch im Siemens Schaltanlagenwerk, bei dem Gespräche mit der Rechts- und Personalabteilung geführt wurden. Dabei standen Themen wie betriebliche Mitbestimmung, Tarifbindung und Arbeitszeiterfassung im Mittelpunkt. Zudem gab es einen kulinarischen Abschluss im Haus der Wirtschaft, wo die Studierenden hessische Spezialitäten genossen.
Diese Programme und Exkursionen sind nicht nur eine Ergänzung zum theoretischen Wissen der Studierenden, sondern sie bereiten auch auf die realen Herausforderungen in der Arbeitswelt vor. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass der Austausch mit Praktikern und die direkte Beteiligung an relevanten Fragen entscheidend für die Ausbildung zukünftiger Jurist:innen sind. Ziel der Bucerius Law School ist es, ihre Studierenden bestmöglich auf die Vielfalt der arbeitsrechtlichen Realität vorzubereiten, was mit den jüngsten Exkursionen eindrucksvoll demonstriert wird.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass solche Aktivitäten nicht nur das Verständnis für die Arbeitsrechtsthemen vertiefen, sondern auch wertvolle Netzwerke schaffen. Die Bucerius Law School setzt damit einen wichtigen Schritt in der Verbindung von Theorie und Praxis.