Studierende des Studiengangs International Humanitarian Action (NOHA) arbeiten aktiv an Lösungen für Flüchtlinge, Asylsuchende und Migranten. Im Wintersemester 2025/26 haben sie unter der Leitung von Dr. Mareike Meis, Dr. Mais Masadeh und Dr. Katharina Behmer-Prinz in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) Westfalen-Lippe und dem Verbund der sozial-kulturellen Migrantenvereine in Dortmund (VMDO) innovative Ideen entwickelt. Dabei handelt es sich um Konzepte, die den interkulturellen Dialog fördern und den Zugang zu wichtigen Informationen erleichtern sollen. news.rub.de berichtet, dass ….

Im Rahmen eines Challenge-Based Learning (CBL)-Formats wurden vier zentrale Projekte ins Leben gerufen. Dazu gehört eine mehrsprachige digitale Storytelling-Plattform, die darauf abzielt, den Dialog zwischen Migrantengemeinschaften und Flüchtlingen zu fördern. Zudem standen Verbesserungen der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit des VMDO im Fokus, wozu ein verständlicheres Online-Anmeldesystem sowie mobile Kommunikationskanäle zählen. Ein weiteres bedeutendes Produkt ist die Broschüre „Tipps und Tricks für das Leben in Deutschland“, die Neuankömmlingen wertvolle Informationen bereitstellt.

Verborgene Herausforderungen

Die Studierenden erlangten durch den Austausch mit lokalen Hilfsorganisationen tiefere Einblicke in die Herausforderungen, die Asylsuchende bewältigen müssen. Diese Erfahrungen machten deutlich, dass der Zugang zu digitalen Angeboten und Informationen oft erschwert ist. Ein mehrstufiges, kulturell angepasstes Screening-Modell zur Ermittlung des Schutzbedarfs psychischer Gesundheit bei neu gekommenen Flüchtlingen rundet die Initiativen ab. Es ist bemerkenswert, dass sich alle Projektleiterinnen von dem Engagement der Studierenden und ihren kreativen Ansätzen beeindruckt zeigen.

Diese aktive Auseinandersetzung mit Flucht und Migration findet in einem komplexen rechtlichen Rahmen statt. Deutschland ist seit 1951 Vertragsstaat der Genfer Flüchtlingskonvention und hat das Grundrecht auf Asyl im Grundgesetz verankert. Die rechtlichen Grundlagen für den Asylrechtsschutz in Deutschland wurden über die Jahrzehnte hinweg kontinuierlich angepasst. 1992 kam es zu einem Höhepunkt der Asylanträge, als fast 439.000 Menschen Schutz suchten, was vor allem durch Konflikte in Jugoslawien und Rumänien bedingt war. Seitdem wurden jedoch mehrere Reformen durchgeführt, die das Asylrecht stark einschränkten, wie der sogenannte „Asylkompromiss“ von 1992, der den Zugang für Asylsuchende aus sicheren Herkunftsländern erschwerte. bpb.de dokumentiert die Entwicklungen rund um Flucht und Asyl in Deutschland.

Aktuelle Herausforderungen und Reformen

In den letzten Jahren hat Deutschland immer wieder reformierte Asylgesetze angenommen, die die Bedingungen für Asylbewerber weiter verschärfen. Diese Reformen schlossen das „Asylpaket I“ und „Asylpaket II“ ein, die schnellere Entscheidungen in Asylverfahren und erleichterte Abschiebungen ermöglichen. Auch die Diskussion über die Auslagerung von Asylverfahren in Drittstaaten zeigt die anhaltenden Herausforderungen im Umgang mit der Zuwanderung. Inzwischen sind mehr als 727.900 Flüchtlinge mit Schutzstatus in Deutschland registriert.

Die Entwicklungen im Asylrecht sind nicht nur national, sondern auch auf EU-Ebene von Bedeutung. Die Diskussionen um die Flüchtlingsregelungen, insbesondere im Kontext des Mittelmeers, sind nach wie vor aktuell. Griechenland hat wiederholt finanzielle Hilfe von anderen EU-Staaten gefordert, da das Land oft überfordert ist mit der Zahl der ankommenden Flüchtlinge. planet-wissen.de bietet einen umfassenden Überblick über die Situation von Flüchtlingen und die rechtlichen Rahmenbedingungen des Asylrechts in Deutschland.

Das Engagement der Studierenden und die kontinuierlichen Herausforderungen des Asylsystems verdeutlichen die Dringlichkeit, nachhaltige Lösungen zu finden, die sowohl auf rechtliche Aspekte als auch auf die praktischen Bedürfnisse der Flüchtlinge eingehen. Mit dem Projekt soll nicht nur eine Brücke zwischen Theorie und Praxis geschlagen werden, sondern auch die Partnerschaften mit humanitären Organisationen weiter gestärkt werden.