Am 17. März 2026 kündigte die Universität Bielefeld das bevorstehende Individualisation Symposium 2026 an, das am Dienstag, den 24. März 2026, stattfinden wird. Organisiert vom Joint Institute for Individualisation in a Changing Environment (JICE), liegt der Schwerpunkt der Veranstaltung auf dem Einfluss individueller Unterschiede auf soziale Beziehungen bei Mensch und Tier. Hierbei wird besonders diskutiert, wie Individualisierung soziale Systeme prägt und verändert.

Als Hauptreferentin wird Professorin Dr. Barbara Caspers, Direktorin des JICE, auftreten. Ihr Team ergänzt die Veranstaltung durch namhafte Gäste aus verschiedenen Disziplinen, darunter:

  • Athena Aktipis, Evolutionspsychologin von der Arizona State University, spezialisiert auf Kooperation.
  • Michael Cant, Evolutionsbiologe von der University of Exeter, dessen Forschung sich auf Kooperation und Konflikt in der Evolution konzentriert.
  • Gerd Kempermann, Neurowissenschaftler an der Technischen Universität Dresden, der sich mit der Entstehung neuer Nervenzellen befasst.
  • Jens Krause, Verhaltensbiologe, der auf Schwarmverhalten und soziale Netzwerke bei Tieren spezialisiert ist.

Interdisziplinäre Vernetzung und Forschungsschwerpunkte

Das Symposium stellt eine Gelegenheit dar, Wissenschaftler aus Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften zusammenzubringen. Ziel ist die interdisziplinäre Vernetzung und der Austausch über das Forschungsthema Individualisierung. An der Universität Bielefeld ist der Forschungsschwerpunkt Individualisierung in sich verändernden Umwelten (InChangE) von großer Bedeutung.

Das interdisziplinäre Profil „Individualisation“ an der Universität verfolgt ebenfalls einen integrativen Ansatz zur Erforschung der individuellen Unterschiede, wie münster.de berichtet. In diesem Rahmen sind verschiedene Disziplinen wie Biologie, Chemie, Pharmazie, Psychologie, Kognitive Neurowissenschaften, Sportwissenschaft, Medizin, Erziehung, Sozialwissenschaften, Philosophie sowie Mathematik und Informatik beteiligt. Diese Zusammenarbeit zielt darauf ab, die Grenzen der einzelnen Disziplinen zu überwinden und individuelle Unterschiede umfassend zu analysieren.

Gesellschaftliche Relevanz und Innovationspotenzial

Die Forschungsfragen im Rahmen der Profile Area Individualisation sind vielschichtig:

  1. Beschreibung individueller Unterschiede: Worin und inwieweit unterscheiden sich Individuen?
  2. Erklärung individueller Unterschiede: Durch welche Umstände und Prozesse entstehen individuelle Unterschiede?
  3. Vorhersage individueller Unterschiede: Wann und wie verhalten sich Individuen unterschiedlich?

Diese Fragen tragen nicht nur zur wissenschaftlichen Erkenntnis bei, sondern haben auch gesellschaftliche Relevanz in Bereichen wie Medizin, Verhütung, Ernährung, Psychotherapie, Bildung und Arbeitswelt. Auch die Themen Tierwohl und sozio-ökologisches Wohlergehen stehen im Fokus der interdisziplinären Studien.

Die Initiativen im Rahmen der Profilbildung 2020 des Landes NRW und zahlreicher EU-geförderter Forschungsverbünde verdeutlichen das Innovationspotenzial der interdisziplinären Zusammenarbeit auf diesem Gebiet. Die Teilnahme am Symposium ist kostenlos, jedoch ist eine vorherige Anmeldung erforderlich.