Am 19. März 2026 kommt es zu einer beeindruckenden Kooperation zwischen dem Staatstheater Kassel und der Universitätsbibliothek Kassel. Im Rahmen einer Theaterwanderung wird der Roman „Ulysses“ von James Joyce in einer einzigartigen Inszenierung aufgeführt. Diese Aufführung nutzt die Struktur des Romans, der einen Tag in Dublin thematisiert und sich an den Irrfahrten Odysseus orientiert, um die Stadt Kassel neu zu entdecken.

Die Inszenierung, unter der Regie von Bert Zander, wird an verschiedenen Schauplätzen in Kassel, darunter auch in der Murhardschen Bibliothek am Brüder-Grimm-Platz, interpretiert. Diese ungewöhnliche Form des Theaters lädt die Zuschauer dazu ein, über die Grenzen konventioneller Bühnenaufführungen hinauszudenken und die kulturellen Institutionen der Stadt neu zu erleben.

Premiere und weitere Vorstellungen

Die Premiere der Theaterwanderung findet am Freitag, dem 20. März, statt. Bis Juni dürfen sich die Besucher auf weitere Vorstellungen freuen. Informationen zu den genauen Terminen und dem weiteren Programm sind auf der Webseite des Kasseler Staatstheaters verfügbar.

Das Staatstheater Kassel, das seit 1959 am Friedrichsplatz ansässig ist, bietet ein vielseitiges Programm, das Oper, Schauspiel, Tanz und Konzerte umfasst. Jährlich werden hier etwa 30 Neuinszenierungen in verschiedenen Sparten präsentiert. Im Jahr 1983 wurde zusätzlich das „Theater im Fridericianum“ (TiF), eine Studiobühne mit 99 Plätzen, eröffnet. Aktuell finden einige Vorstellungen aufgrund von Sanierungsarbeiten im Opernhaus in der Ersatzspielstätte INTERIM statt, während das Schauspielhaus und das TiF geöffnet bleiben.

Kulturelle Bedeutung und historische Forschung

Die Inszenierung von „Ulysses“ in Kassel steht nicht nur für eine künstlerische Zusammenarbeit, sondern auch im Kontext einer breiten Palette kultureller Projekte. Ein Beispiel hierfür ist der Theatrograph, eine Plattform, die Einblicke in die Praxis des deutschsprachigen Theaters von 1750 bis 1918 bietet. Dieser Wissensgraph vernetzt historische Informationen zu Theatergesellschaften, Personal und Aufführungen und ermöglicht so einen tieferen Zugang zur Theatergeschichte.

Dieses Projekt ist ein Ergebnis der Arbeit des Berliner Bibliographen und Theaterhistorikers Paul S. Ulrich und nutzt moderne Technologien, um Daten offen und nachhaltig bereitzustellen. Die Plattform steht nicht nur der Forschungsgemeinschaft, sondern auch interessierten Laien zur Verfügung und bietet neue Möglichkeiten zur Erkenntnisgewinnung in der Theatergeschichte.