Thüringen investiert in seine Zukunft: Ein neuer Computer-Cluster, der kürzlich an der Technischen Universität Ilmenau eingeweiht wurde, wird den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der zehn staatlichen Hochschulen des Landes kostenfrei zur Verfügung stehen. Dieses innovative IT-Infrastrukturprojekt wird durch eine Förderung in Höhe von acht Millionen Euro ermöglicht, wovon 60% aus EU-Mitteln (EFRE), 30% aus Thüringer Landesmitteln und 10% aus Eigenanteilen der Hochschulen stammen. Der Kick-Off des EFRE-Vorhabens ist für den 09.04.2026 um 10:00 Uhr im Grace-Hopper-Bau der TU Ilmenau angesetzt, wie tu-ilmenau.de berichtet.
Dieser Cluster steht insbesondere für rechenintensive Projekte zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem die Strömungsforschung für Wetter- und Klimaprognosen an der TU Ilmenau sowie die Molekulardynamik, die sich mit den physikalischen Bewegungen und Interaktionen von Atomen und Molekülen befasst. Des Weiteren wird der Cluster Anwendungen in Virtual- und Augmented-Reality-Technologien unterstützen. Die Technologie wird nicht nur zahlreiche Forschungsprojekte vorantreiben, sondern auch den Erfolg künftiger Verbundvorhaben, wie dem Nachfolger der „Ilmenau School of Green Electronics“ (ISGE), fördern und somit zur Entwicklung nachhaltiger, klimaneutraler Informationstechnologien beitragen.
Strategische Bedeutung für den Wissenschaftsstandort Thüringen
Die Investition in die moderne IT-Infrastruktur spielt eine entscheidende Rolle für die Attraktivität Thüringens als Wissenschaftsstandort und wird internationale Talente sowie Studierende anziehen. Wissenschaftsminister Christian Tischner hebt die strategische Bedeutung dieses Vorhabens hervor. Das Zwei-Zentren-Modell, das die Standorte Ilmenau und Jena umfasst, wurde in der Vergangenheit durch Investitionen in das IT-Zentrum nachhaltig unterstützt. So wurde im Jahr 2023 ein Neubau in Ilmenau mit einer Rechenzentrumsfläche von 250 Quadratmetern in Betrieb genommen, während ein geplanter Standort am Jenaer Inselplatz mit ca. 600 Quadratmetern Ende 2025 eröffnet werden soll.
Das IT-Zentrum ist als zentraler IT-Systemhaus konzipiert und wird somit zum Herzstück des wissenschaftlichen Fortschritts in der Region. Die Projektlaufzeit erstreckt sich von Ende 2025 bis Ende 2028, in der die Ressourcen und Technologien weiter ausgebaut werden, um den wachsenden Anforderungen der Forschung gerecht zu werden.
Forschung und Innovation in Thüringen
Thüringen verfügt über ein breites Spektrum an Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen, einschließlich 14 Universitäten und Fachhochschulen sowie 19 außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die von renommierten Instituten wie der Max-Planck-Gesellschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft getragen werden. Ingesamt sind rund 10.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in diesen Einrichtungen tätig. Die Forschungsschwerpunkte des Landes umfassen unter anderem Optik/Photonik, Maschinenbau sowie Life Sciences und werden besonders durch die enge Zusammenarbeit mit kleinen und mittelständischen Unternehmen gefördert, wie invest-in-thuringia.de beschreibt.
Diese Initiative zur Stärkung der forschungsbezogenen Infrastruktur ist nicht nur ein Schritt in die Zukunft, sondern auch ein klares Bekenntnis zu Innovation und technologischen Fortschritten, die für die wirtschaftliche Entwicklung Thüringens von zentraler Bedeutung sind.



