
Am 28. März 2025 fand in Erfurt die erste Thüringer Mobilitätskonferenz statt, die von der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (LEG) im Auftrag des Thüringer Ministeriums für Digitales und Infrastruktur (TMDI) organisiert wurde. Im Rahmen der Veranstaltung konnten die Teilnehmer:innen eine Vielfalt von Initiativen und Projekten kennenlernen, die im Kontext der Mobilitätswende in Thüringen stehen. Dazu gehörte sowohl ein Markt der Mobilität als auch die Präsentation der Ergebnisse der Arbeitsgruppen des Thüringer Mobilitätsnetzwerks. Diese Informationen wurden von der Technischen Universität Ilmenau detailliert aufbereitet.
Ein Schwerpunkt der Konferenz war die Vorstellung des integralen Taktfahrplans Thüringen 2030, der als ein zukunftsweisendes Projekt die Mobilität in der Region nachhaltig verbessern soll. Zudem wurde das Bundesforschungsprojekt „MOVEwell“ vorgestellt, das von Prof. Matthias Hein, Direktor des Thüringer Instituts für Mobilität (ThIMo), und Prof. Uwe Plank-Wiedenbeck von der Bauhaus-Universität Weimar präsentiert wurde. MOVEwell, welches eine Förderzusage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung für den Herbst 2024 erhielt, strebt an, die Erreichbarkeit zwischen den Landkreisen zu verbessern und nachhaltige Mobilitätskonzepte zu entwickeln, besonders in ländlichen Räumen.
Neues Thüringer Mobilitätsnetzwerk
Im Zuge der Konferenz wurde auch die Gründung des Thüringer Mobilitätsnetzwerks bekannt gegeben. Dieses Netzwerk soll die Verkehrswende in Thüringen unterstützen und zielt auf eine sozial und räumlich gerechte Gestaltung der Mobilität ab. Ministerin Susanna Karawanskij betonte die Wichtigkeit ländlicher Räume für die Mobilitätswende, da 80 % der Bevölkerung dort leben. Rund 40 Expert:innen aus den Bereichen kommunale Spitzenverbände, Wirtschaft, Wissenschaft sowie Interessenvertretungen und Verkehrsverbänden sind Teil des Netzwerks, das sich dem Austausch und Wissenstransfer widmet. Laut Digitales Infrastruktur Thüringen soll das Netzwerk zudem strategische Impulse für die Verkehrspolitik liefern.
In vier interdisziplinären Arbeitsgruppen konzentriert sich das Netzwerk auf bedeutende Herausforderungen der Mobilität. Diese Arbeitsgruppen befassen sich mit der Verkehrsinfrastruktur und deren Rolle in der räumlichen Entwicklung, der Weiterentwicklung der Schieneninfrastruktur, dem straßengebundenen Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) sowie dem Radverkehr. Eine temporäre Fachgruppe für die Kampagne zur Fachkräftegewinnung im Öffentlichen Nahverkehr wurde ebenfalls ins Leben gerufen.
Herausforderungen und Forderungen
Ministerin Karawanskij wies auf die Herausforderungen im Verkehrsbereich hin und forderte höhere Investitionen sowohl vom Bund als auch vom Land. In ihrer Kritik am geplanten Verkehrsetat des Bundeshaushalts 2025 äußerte sie Bedenken über die nachlassenden Bundesmittel für die Schieneninfrastruktur, Kürzungen bei den Regionalisierungsmitteln und unzureichende Mittel für den Radverkehr. Zudem mahnt sie die unklare Zukunft der Erhaltung des Straßennetzes an.
Die Ministerin betonte die Notwendigkeit für zukunftsfeste Finanzierungsstrukturen, um die Infrastrukturinvestitionen nachhaltig zu sichern. Der Dialog und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren in dem newly gegründeten Thüringer Mobilitätsnetzwerk könnten einen entscheidenden Beitrag leisten, um diese Herausforderungen zu meistern und die Mobilitätswende in Thüringen voranzutreiben.