Im Januar 2026 wurde Prof. Dr. Uwe Schneidewind zum ersten Fellow an der neu gegründeten School of Transformation and Sustainability (STS) der KU ernannt. Er bringt eine beeindruckende Karriere mit, die ihn unter anderem als Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie und zuletzt als Oberbürgermeister von Wuppertal geprägt hat. In seiner neuen Rolle wird Schneidewind die strategische Weiterentwicklung der Fakultät begleiten, die sich auf transformative Wissenschaft und Nachhaltigkeit konzentriert. Im Gespräch mit Dr. Thomas Metten reflektiert er die Herausforderungen, mit denen sich die Gesellschaft gegenwärtig konfrontiert sieht.

Vor zehn Jahren wurde der Ansatz der transformativen Wissenschaft entwickelt, der im Buch „Die große Transformation“ von 2018 thematisiert wurde. Damals herrschte ein gewisser Optimismus, nicht zuletzt durch die Bewegungen wie Fridays for Future und den EU Green Deal. Heute jedoch wird das „Ob“ der Nachhaltigkeitstransformation in Frage gestellt – eine besorgniserregende Entwicklung, die durch eine neue Bedrohungslage und gesellschaftliche Spaltung geprägt ist. Schneidewind hebt hervor, dass die kulturelle Transformation als entscheidend für die nachhaltige Entwicklung angesehen werden sollte.

Nötige Veränderungen in der Förderung

Um den Herausforderungen der Klimakrise gerecht zu werden, fordert Schneidewind eine Veränderung der Förderkulisse, die soziale und kulturelle Fragen stärker berücksichtigen sollte. Die STS der KU setzt gezielt Akzente in den Geistes- und Sozialwissenschaften zur Klimakrise, um einen umfassenderen Ansatz zu fördern. Dazu gehört auch eine intensivere Zusammenarbeit mit Kunst und Kultur, um komplexe gesellschaftliche Veränderungen besser zu verstehen und in konkrete Lösungen umzusetzen.

Der Fellow betont zudem die Wichtigkeit von konkreten Experimentierräumen in Kommunen für die Nachhaltigkeitstransformation. Die Einbindung der Bevölkerung ist entscheidend, um relevante Themen zu identifizieren und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Während seines Fellowships plant Schneidewind, seinen Fokus auf die gesellschaftliche Orientierung und Kommunen als Plattformen für Nachhaltigkeit zu legen.

Nachhaltigkeit in der Wissenschaft

Parallel zu diesen Entwicklungen fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine Innovationskultur für Nachhaltigkeit an Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die Initiative „Nachhaltigkeit in der Wissenschaft“ unterstützt den Transformationsprozess dieser Institutionen in Richtung größerer Nachhaltigkeit. Studierende sind dazu eingeladen, aktiv an Projekten zur Klimaneutralität ihrer Hochschulen mitzuwirken, während Mitarbeitende neue Ansätze für emissionsarmes Mobilitätsmanagement und ressourcenschonende Beschaffung entwickeln.

Diese Initiative umfasst über 35 Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und zielt darauf ab, bedeutende Aktivitäten im Wissenschaftssystem zu unterstützen. Reallabore werden genutzt, um neue Ideen unter realen Bedingungen zu erproben. Beispielsweise arbeiten Studierende in verschiedenen Projekten an nachhaltigen Schulwegen und entwickeln regionale Kompensationsmaßnahmen für klimaneutrale Reisen.

Das BMBF gewährt Unterstützung für transdisziplinäre Forschung, um die Effektivität der Nachhaltigkeitsforschung zu erhöhen, indem Wissenschaftler mit nicht-wissenschaftlichen Partnern kooperieren. Über 260 junge Talente wurden in transdisziplinären Nachwuchsforschungsgruppen weitergebildet, was die Relevanz dieser Forschungsansätze unterstreicht.

Die Herausforderungen der Nachhaltigkeit erfordern somit sowohl akademische als auch kommunale und gesellschaftliche Anstrengungen. Die bereits erwähnten Forschungsprojekte und Initiativen wie die von Schneidewind an der KU und die Programme des BMBF sichern, dass der Dialog zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Kultur ein integraler Bestandteil des Wandels hin zu nachhaltigen Lösungen bleibt.