Die Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF trauert um die talentierte Künstlerin Henrike Naumann, die am 16. Februar 2026 in Berlin verstorben ist. Naumann, geboren 1984 in Zwickau, erlag einer spät diagnostizierten Krebserkrankung, umgeben von Familie und Freunden. Ihr Tod hinterlässt eine schmerzhafte Lücke in der deutschen Kunstszene und wurde als großer Verlust für die zeitgenössische Kunst gewertet.
Naumann studierte Bühnen- und Kostümbild an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, bevor sie 2008 an die Filmuniversität Babelsberg wechselte, um Szenografie zu studieren. In ihren Arbeiten kombinierte sie gesellschaftspolitische Themen mit einem experimentellen Medienverständnis. Besonders ihr Diplomprojekt „Triangular Stories“ aus dem Jahr 2012, das faschistische Tendenzen in ihrer Heimatstadt Zwickau thematisierte, verdeutlicht ihren kritischen Blick auf die Gesellschaft und die Herausforderungen ihrer Generation.
Künstlerische Vision und weltweite Anerkennung
Henrike Naumann war bekannt dafür, in ihrer Kunst Aspekte wie Rechtsradikalismus, Alltagskultur, Architektur und Design zu reflektieren. Ihre Arbeiten integrierten häufig Video- und Soundelemente in szenografische Räume, was ihre innovative Herangehensweise an die Darstellung gesellschaftlicher Umbrüche unterstrich. Eine ihrer letzten bedeutenden Ausstellungen fand im SculptureCenter in New York statt, wo sie die Rolle von Möbeln beim Sturm auf das US-Kapitol 2021 beleuchtete.
Die Künstlerin hatte ebenfalls zahlreiche bedeutende Ausstellungen, darunter im Busch-Reisinger-Museum in Harvard, im MoMA in Warschau, im Haus der Kunst in München sowie im Deutschen Bundestag. Darüber hinaus wurde ihre Arbeit bei international renommierten Veranstaltungen wie der Ghetto Biennale in Haiti und der Kyiv Biennale in der Ukraine präsentiert.
Zahlreiche Auszeichnungen honorierten Naumanns künstlerisches Schaffen, darunter das Karl Schmidt-Rottluff Stipendium, den Max-Pechstein-Preis und den Kunstpreis der Leipziger Volkszeitung. Besonders herausragend war ihre Auswahl als Mitgestalterin des Deutschen Pavillons bei der Kunstbiennale 2026 in Venedig, die vom 9. Mai bis 22. November 2026 stattfinden wird. Gemeinsam mit der Künstlerin Sung Tieu war Naumann Teil eines der bedeutendsten Kunstereignisse weltweit.
Das Institut für Auslandsbeziehungen und die Kunstszene haben sich mit einem tiefen Mitgefühl geäußert und die wesentliche Bedeutung von Henrike Naumann für die zeitgenössische Kunst hervorgehoben. Ihr Tod ist ein herber Verlust für die Kulturlandschaft, die sie mit ihrer kritischen und innovativen Arbeit nachhaltig geprägt hat. Ihre künstlerische Vision wird weiterhin in der Erinnerung bleiben und zukünftige Generationen dazu inspirieren, sich mit gesellschaftlichen Fragestellungen auseinanderzusetzen.
Der Abschied von Henrike Naumann ist ein schmerzlicher Moment für viele, und ihr Erbe wird als ein Leuchtfeuer der kreativen Auseinandersetzung mit der Welt bestehen bleiben.
Mehr Informationen zu ihrem Lebenswerk und ihrer Bedeutung für die Kunstwelt finden Sie auf der Seite der Filmuniversität Babelsberg und in einem weiteren Artikel der Tagesschau.