Mit großer Trauer hat die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) den plötzlichen Tod von Prof. Dr. Stefan Bleich bekanntgegeben. Der Direktor der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie verstarb im Alter von 57 Jahren während eines Urlaubs. Sein Ableben war vollkommen unerwartet und hat sowohl Kollegen als auch Angehörige erschüttert. MHH-Präsidentin Prof. Dr. Denise Hilfiker-Kleiner äußerte tiefes Mitgefühl für die Hinterbliebenen und hob die Bedeutung von Prof. Bleichs Arbeit hervor, die er seit seiner Ernennung zum Klinikleiter im Jahr 2008 geleistet hat.
Prof. Bleich war ein angesehener Wissenschaftler, dessen Forschungsinteresse insbesondere den Substanzabhängigkeiten, der Psychopharmakologie und der epigenetischen Regulation psychiatrischer Erkrankungen galt. Seine umfangreiche Publikationsliste spiegelt seine Expertise in diesen Bereichen wider. Gemeinsam mit Kollegen veröffentlichte er zahlreiche bedeutende Werke, darunter das „Kurzlehrbuch Allgemeine Pathologie“ und Fachbeiträge zu Neuro-Psychopharmaka.
Einflussreiche Publikationen
Sein Engagement in der Wissenschaft zeigte sich auch in der Herausgabe und Mitautorschaft vieler Bücher und Artikel. Dazu zählen unter anderem:
- „Neuro-Psychopharmaka“, 2. Auflage, Springer-Verlag, 1999
- „Medizinische Mikrobiologie und Immunologie“, 2. Auflage, Schattauer-Verlag, 1999
- „Handbuch Psychopharmaka“, 2. Auflage, Hogrefe-Verlag, 2003
- „Demenzerkrankungen und Morbus Alzheimer“, Unimed-Verlag, 2006
- „Beer in Health & Disease Prevention“, Academic Press (Elsevier), 2008
Aufbauend auf seinem tiefen Verständnis der Psychiatrie und der klinischen Praxis hat Prof. Bleich bedeutende Beiträge zur Behandlung von Substanzgebrauchsstörungen geleistet. Diese werden als medizinische Erkrankungen betrachtet und erfordern eine vielfältige Herangehensweise.
Behandlungsansätze für Substanzgebrauchsstörungen
Die Behandlung von Substanzgebrauchsstörungen beinhaltet mehrere Optionen, die von akuter Entgiftung bis hin zur psychotherapeutischen Unterstützung reichen. Zu den wesentlichen Methoden gehören:
- Akute Entgiftung
- Prävention und Kontrolle des Entzugs
- Beendigung oder Reduzierung des Konsums
- Aufrechterhaltung der Abstinenz
Zusätzlich sind verschiedene Behandlungsorte relevant, angefangen bei ambulanten medizinischen Versorgungseinrichtungen bis hin zu Rehabilitationsprogrammen und Selbsthilfegruppen. Das Spektrum der Therapie reicht von pharmakologischen Ansätzen bis hin zu Psychotherapien, die speziell auf die Bedürfnisse der Betroffenen abgestimmt sind.
Prof. Dr. Stefan Bleich wird nicht nur für seine fachlichen Leistungen in Erinnerung bleiben, sondern auch für seinen unermüdlichen Einsatz, das Verständnis für psychiatrische Erkrankungen und deren Behandlung zu erweitern. Seine Arbeit hinterlässt eine Lücke in der Fachwelt, die schwer zu füllen sein wird. Die MHH und alle, die ihn kannten, werden sein Andenken in Ehren halten.