Am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos, das Ende Januar 2026 stattfand, gründete der US-Präsident Donald Trump einen eigenen Friedensrat. Dieses Vorhaben hat schnell für Aufsehen und Irritation gesorgt, da es außerhalb der etablierten Strukturen der Vereinten Nationen durchgeführt wurde. Rund 60 Länder – sowohl demokratische als auch autokratische – erhielten eine Einladung zur Mitgliedschaft. Politikwissenschaftler Prof. Dr. Nils-Christian Bormann hat die Gründung des Friedensrates kritisch bewertet und betont, dass er keine ernsthafte Alternative zu den UN darstellt, auf die sich die internationale Gemeinschaft traditionell stützt, um friedliche Lösungen und Dialog zu fördern.
Trotz der Einladung von Trump haben bedeutende Länder wie China, Indien, Brasilien, Japan, Russland und zahlreiche EU-Mitglieder bisher keinen Beitritt angekündigt. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Initiative nicht die breite Zustimmung erhält, die Trump angestrebt hat. Die Motivation hinter der Gründung des Rates scheint vor allem darin zu liegen, Aufmerksamkeit zu erregen und von innenpolitischen Herausforderungen abzulenken, mit denen Trump konfrontiert ist.
Der Kern des Friedensrates
Trumps Friedensrat soll eine persönlichere Beziehung zu seinen Mitgliedern schaffen, was in formellen Gremien wie dem UN-Sicherheitsrat oft fehlt. Dies zieht vor allem autokratische Staaten an, die in der Einladung eine Gelegenheit sehen, direkten Zugang zu Trump zu erlangen. Die Idee hinter dem Friedensrat fokussiert sich insbesondere auf den Wiederaufbau des Gazastreifens, was jedoch Fragen nach dem tatsächlichen Einfluss und der Strategie der beteiligten Länder aufwirft.
Die geopolitische Situation wird durch Russlands begrenzten Einfluss in der Region noch komplizierter. Ein möglicher Beitritt Russlands zum Friedensrat könnte Trumps Position im Ukraine-Konflikt nicht entscheidend verändern und stellt dennoch eine strategische Herausforderung dar. Trumps frühere politischen Manöver – wie sein Interesse an Grönland – zeigen, dass es ihm oft um die Lenkung der Öffentlichkeit und die Durchsetzung persönlicher Interessen geht. Solche Entscheidungen könnten allerdings langfristig die Interessen der USA schädigen.
Risiken für die internationale Ordnung
Der neue Friedensrat ist Teil von Trumps breiterer Strategie, sich von der seit dem Zweiten Weltkrieg bestehenden multilateralen Ordnung zu lösen. Dies könnte zu einer Fragmentierung internationaler Institutionen und Allianzen führen – ein Risiko, das nicht nur Trump, sondern auch die aktuellen politischen Tendenzen in Russland verstärkt. Die EU sieht sich als Produkt der liberalen Weltordnung einer schwer beschädigten internationalen Ordnung gegenüber. In diesem Kontext wird gefordert, dass Europa sich stärker integriert und nicht nur für die Werte der liberalen Ordnung eintritt, sondern auch skeptische Länder für sich gewinnen sollte.
Die EU, die als der zweitgrößte Wirtschaftsraum der Welt einen enormen Einfluss hat, steht vor der Herausforderung, militärisch und technologisch von den USA abhängig zu sein. Handelsabkommen und strategische Investitionen in Entwicklungsländer könnten hier helfen, neue Verbündete zu finden und eine stabilere internationale Position zu gewinnen.
Diese Dynamiken verdeutlichen, wie wichtig es für die internationale Gemeinschaft ist, auf die Herausforderungen der neuen geopolitischen Landschaft zu reagieren. Ein wirksamer Dialog und eine Wiederbelebung der Zusammenarbeit in einem multilateral ausgerichteten Rahmen könnten notwendig sein, um die Stabilität und den Frieden in der Welt zu fördern.
Uni WH berichtet, dass …