Am 23. März 2026 endet das Projekt „MOin Vechta – Mehr Open Educational Resources und Practices in Vechta“ nach zwei Jahren intensiver Arbeit. Ziel des Projekts war die Entwicklung und Einbindung qualitativ hochwertiger und barrierearmer Open Educational Resources (OER) in die Lehre der Universität Vechta. Diese Materialien wurden in Seminaren für und mit Studierenden der Fakultät II erstellt und stehen nun über das OER-Portal twillo der gesamten Hochschulgemeinschaft zur Verfügung. Das Projekt wurde von der Stiftung für Innovation in der Hochschullehre im Rahmen des Programms Freiraum 2023 gefördert.
Im Sommer 2024 wurden sechs Projekte ausgewählt, die neue, offene Bildungsmaterialien und -praktiken erprobten. Dabei handelt es sich um Materialien, die iterativ entwickelt, theoretisch fundiert und nachnutzbar sind. Die Bandbreite der entwickelten Ressourcen ist beeindruckend und reicht von Reflexionen des Übe- und Auftrittsverhaltens für Musikpädagogik-Studierende bis hin zu Selbstlernmaterialien zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten im Fachbereich der mittelalterlichen Geschichte. Beispielhafte Materialien sind:
- Reflexion des Übe- und Auftrittsverhaltens für Musikpädagogik-Studierende (Dr. Oliver Schöndube, Katharina Gärtner, Christoph Wortelen).
- Erklärvideos und Podcasts zur Unterrichtsplanung im Sachunterricht (Dr. Monika Reimer, Dana Kersten, Lena Küst).
- Selbstlernmaterialien zur Erstellung einer wissenschaftlichen Hausarbeit im Bereich der mittelalterlichen Geschichte (Prof. Dr. Claudia Garnier, Dr. David Weiss, Nina Wegmann).
Vielfältige Lernressourcen und Medien
Zusätzlich wurden Videoportraits zu den OER-Teams erstellt, die Einblicke in die geförderten Projekte geben. Ein besonderes Highlight ist der Podcast „Ethik im Gespräch“ von Katharina Weerts und Caroline Reisch, der sich mit Ethikbegriffe und -theorien auseinandersetzt. Auch innovative Ansätze wie ein KI-gestützter Reflexionsassistent zur fachmathematischen Analyse von Aufgaben wurden in das Projekt integriert. Eine Sammlung zu deutschdidaktischem Grundwissen und relevanten Modellen wurde ebenfalls entwickelt.
Die Notwendigkeit von OER in verschiedenen Bildungsbereichen, insbesondere in der Hochschulbildung, ist unbestritten. Wie bildungsserver.de berichtet, beeinflussen digitale Technologien die Hochschullehre maßgeblich. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat bereits 2022 eine OER-Strategie veröffentlicht, die Ausgangssituation, Herausforderungen und Ziele im Bereich der offenen Bildungsressourcen umfasst. Unter diesem Rahmen entwickeln zahlreiche Universitäten in Deutschland neue Konzepte zur Integration von OER in ihre Lehrpläne.
Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) befürwortet die Integration von OER in didaktische Konzepte, was die wachsende Akzeptanz und Notwendigkeit von offenen Bildungsressourcen in der akademischen Welt unterstreicht. Zudem bietet die Informationsstelle OER (OERinfo) umfassende Informationen zu den verschiedenen Aspekten von OER, und Plattformen wie Wikiversity ermöglichen das gemeinschaftliche Erstellen und Teilen von Lehr- und Lernmaterialien.
Mit diesem Abschied vom Projekt „MOin Vechta“ wird jedoch nicht nur ein Ende, sondern auch ein neuer Anfang eingeläutet. Die öffentlich zugänglichen Materialien tragen dazu bei, die Qualität der Lehre an Hochschulen zu steigern und erleichtern den Zugang zu Bildungsinhalten für alle Studierenden, wie auch die Initiative mynewsdesk.com feststellt.
Alles in allem stellt sich heraus, dass OER nicht nur eine aktuelle Entwicklung in der Hochschulbildung darstellen, sondern auch ein entscheidender Faktor für die Zukunft des Lernens sind. Die zahlreichen Initiativen und Projekte, die in den letzten Jahren ins Leben gerufen wurden, zeigen, dass offenes Lernen und der Zugang zu hochwertigen Bildungsressourcen für alle eine Vision sind, die es wert ist, weiterverfolgt zu werden.



