Am 14. Februar 2026 zeigt sich Venezuela weiterhin von einer tiefen politischen und humanitären Krise geprägt. Seit der Entmachtung von Nicolás Maduro hat sich die Lage im Land weiter verschärft. Laut aktuell.uni-bielefeld.de leiden die Venezolaner unter anhaltenden Menschenrechtsverletzungen und einer wirtschaftlichen Misere, die durch neofeudale Machtstrukturen und internationale Interessenkonflikte bedingt ist.

Bielefelder Wissenschaftler*innen, darunter Prof. Dr. Olaf Kaltmeier und Doktorand Omar Sierra, kritisieren den Hauptfokus internationaler Debatten auf die politische Konfrontation. Sie argumentieren in ihren Forschungen am Center for Inter-American Studies (CIAS), dass oft die sozialen Dynamiken, die zur Flucht vieler Venezolaner führen, ignoriert werden. „Das wahre Ausmaß der humanitären Krise wird nicht adäquat dargestellt“, so Kaltmeier.

Flucht und Migration als Überlebensstrategie

Die Migrationskrise in Venezuela ist alarmierend. Seit 2014 haben mehr als acht Millionen Menschen das Land verlassen, was die Fluchtbewegungen aus Syrien und der Ukraine übersteigt. Ein Großteil dieser Vertriebenen sucht Zuflucht in Nachbarländern, insbesondere in Kolumbien und Peru, wo sie auf massive Herausforderungen stoßen. Insbesondere Kolumbien hat im Rahmen eines temporären Schutzprogramms Venezolanern einen legalen Aufenthalt ermöglicht, im Gegensatz zu Peru, wo der Zugang für Venezolaner verschärft wurde.

Die aus Venezuela geflohenen Menschen kämpfen häufig mit prekären Lebensumständen. Laut bpb.de lebten Ende 2024 rund 7,9 Millionen venezolanische Flüchtlinge und Migranten im Ausland. Die Lebensbedingungen dieser Personen sind oft von Armut geprägt und viele von ihnen haben keinen Zugang zu Bildung oder adäquater Gesundheitsversorgung.

Aktuelle Schätzungen zeigen, dass 2024 mehr als 17 Prozent der verbliebenen Bevölkerung in Venezuela unterernährt war. Diese massiven sozialen Probleme sind stark mit der politischen Repression verknüpft, die unter Maduro seit den umstrittenen Präsidentschaftswahlen 2018 und 2024 zugenommen hat.

Internationale Reaktionen und menschenrechtliche Aspekte

Internationale Organisationen haben die venezolanische Regierung wegen ihrer schweren Menschenrechtsverletzungen kritisiert. Die USA und die EU haben Sanktionen verhängt und sehen die Situation als Teil eines größeren geopolitischen Konflikts. Kaltmeier verweist auf die Drohungen der Trump-Administration gegenüber Mexiko, Kolumbien und Kuba, die in diesem komplexen Kontext der Machtverschiebungen in Lateinamerika zu verstehen sind.

Die menschlichen Tragödien, die aus diesen politischen Entscheidungen resultieren, werden oft nur unzureichend dargestellt. Forscherin María Gabriela Trompetero Vicent hebt hervor, dass die Ursachen der humanitären Krise zu oft verkürzt diskutiert werden. Es seien nicht nur Wahlbetrug und Menschenrechtsverletzungen, sondern auch tief sitzende wirtschaftliche Probleme, die zu dieser Fluchtbewegung führen.

Trotz der schwierigen Umstände zeigt sich in verschiedenen Forschungen ein gewisses Maß an wirtschaftlicher Erholung und den Bemühungen um den Wiederaufbau des Landes. Die Zukunft Venezuelas bleibt unsicher, aber die Stimmen der Wissenschaftler*innen und der internationalen Gemeinschaft sind notwendig, um Licht auf die Herausforderungen und das menschliche Leid in diesem Land zu werfen.