Die Konferenz „Authoritarianism as a Challenge for Democracy“ fand am 26. und 27. Februar 2026 an der Medical School Hamburg (MSH) statt und ehrte die Holocaust-Überlebende sowie Sozialwissenschaftlerin Gerda Lederer. Die Veranstaltung zog renommierte Kolleg:innen und Angehörige aus den USA und Österreich an, die ihre Arbeiten und Erinnerungen an die Forscherin teilten. Prof. Dr. Angela Kindervater leitete die Konferenz und stellte den Bezug zu Lederers bedeutenden wissenschaftlichen Beiträgen her.

Gerda Lederer, geboren am 9. April 1926 in Wien, floh 1938 vor den Nazis zuerst nach Paris und später nach New York, wo sie bis zu ihrem Tod im Jahr 2025 lebte. Ihre Forschungsarbeiten befassten sich intensiv mit Antisemitismus und Autoritarismus, wobei sie durch Publikationen wie „Der gewöhnliche Antisemitismus. Zur politischen Psychologie der Verachtung“ auf sich aufmerksam machte. Lederers analytischer Ansatz hob die Rolle von Sozialisationskontexten hervor, um autoritäre Strukturen besser verstehen zu können.

Würdigung von Gerda Lederers Lebenswerk

Die Tagung würdigte nicht nur Lederers Errungenschaften, sondern auch ihren Einfluss auf zukünftige Generationen von Wissenschaftler:innen. Ihre Forschung zielte darauf ab, die Gefährdungen demokratischer Gesellschaften frühzeitig zu erkennen und zu verstehen. Die Analyse von Sozialisationskontexten sollte Impulse für Bildung und den Umgang mit autoritären Tendenzen liefern. Das Lebenswerk von Gerda Lederer wird weiterhin als Grundlage für die Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen angesehen.

Die Konferenz behandelte dringende Themen wie rechtsextreme Einstellungen, soziale Polarisierung, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. So wurde insbesondere die Relevanz von Lederers Perspektiven für gegenwärtige Debatten über Demokratie und Autoritarismus hervorgehoben. Auch über den gegenwärtigen Antisemitismus, insbesondere den Post-Shoah-Antisemitismus, wurde diskutiert.

Einblicke in aktuelle Forschungsfragen

Das Programm der Konferenz beinhaltete sowohl empirische Studien als auch theoretische Arbeiten, die sich mit der Identifikation von Gefahren für demokratische Gesellschaften auseinandersetzten. In der MEMO-Studie von 2020 äußerten viele Befragte eine Neigung zur Schuldumkehr bezüglich der NS-Zeit, was die Bedeutung der Erinnerungskultur für die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit verdeutlicht.

Die Konferenz war Teil des langjährigen Projekts „Aufarbeitung des Lebenswerks von Gerda Lederer“, das seit 2019 von Prof. Dr. Angela Kindervater geleitet wird. Durch diese Veranstaltung wurde nicht nur das Lebenswerk von Gerda Lederer gewürdigt, sondern auch der weitreichende Einfluss ihrer Forschung auf die internationale Wissenschaftsgemeinschaft und deren Relevanz für künftige Studien zu autoritären Tendenzen und demokratischen Fragestellungen betont.

Die Beiträge der Tagung spiegelten das Engagement für eine kritische Auseinandersetzung mit den Herausforderungen wider, die demokratische Gesellschaften heute zu bewältigen haben. Das Erbe von Gerda Lederer bleibt ein wesentlicher Bestandteil dieser Diskussion.

Medical School Hamburg berichtet, dass … Uni Heute ergänzt zudem …