Am 17. Februar 2026 hat eine aktuelle Studie, die an der Universität Kassel durchgeführt wurde, Erkenntnisse über das Vertrauen in KI-Systeme veröffentlicht. Diese Forschung beleuchtet die Beziehung zwischen KI-Technologien, menschlichen Experten aus verschiedenen Fachbereichen und deren Klienten. Der Fokus liegt auf der Art und Weise, wie Experten wie Ärzte oder Anwälte das Vertrauen in KI einschätzen, wenn sie diese Technologien ihren Klienten empfehlen.

Die Untersuchung zeigt, dass in kritischen Bereichen wie Gesundheit und Finanzen die soziale Einbettung von KI wichtiger ist als deren technische Fähigkeiten. Das Vertrauen wird in sozialen Interaktionen schrittweise aufgebaut, was bedeutet, dass KI nicht isoliert gesehen werden kann, sondern als Teil eines Gesamtsystems betrachtet werden muss, in dem menschliche Ansprechpartner eine entscheidende Rolle spielen.

Entwicklung des Vertrauens

Die Fallstudie basiert auf über fünf Jahren an Forschung, die 89 Interviews und Beobachtungen bei einer Bank mit einem Robo-Advisor einbezieht. Zu Beginn war die Haltung der Experten gegenüber der KI von Skepsis geprägt, was dazu führte, dass Klienten von KIs ferngehalten wurden. Das Vertrauen entstand im Laufe der Zeit durch abgesicherte Kontexte, die persönliche Begleitung durch menschliche Berater und durch die Möglichkeit, KI eigenständig zu testen.

Diese Ergebnisse ergänzt eine weitere Untersuchung von BSI, die zeigt, dass Vertrauen in KI ein mehrdimensionales Konstrukt ist, welches kognitive, affektive und relationale Komponenten umfasst. Dabei spielt auch die Rolle der menschlichen Vermittler eine zentrale Funktion. Wenn Menschen eine emotionale Betroffenheit spüren, steigt der Bedarf an menschlicher Vermittlung, um KI-Ergebnisse willkommen zu heißen.

Herausforderungen und Chancen

Die Studie von Handelsblatt hebt hervor, dass Vertrauen der Schlüssel zur Akzeptanz von generativer KI (GenAI) ist. Laut einer Deloitte-Umfrage nutzen 56 % der EU-Bürger:innen GenAI für Informationssuche, während 52 % dies beruflich tun. Trotzdem gibt es Bedenken bezüglich der verantwortungsvollen Nutzung von KI. Viele Nutzer:innen befürchten, dass Sicherheitsaspekte, Datenschutz und die Verbreitung von Desinformationen wie Deepfakes und Fake News missachtet werden.

Die Notwendigkeit von Governance und regulatorischer Compliance wird immer dringlicher, insbesondere angesichts des EU AI Act. Diese Richtlinien fordern Unternehmen zu verantwortungsvoller und transparenter Nutzung von KI auf. Dennoch glaubt nur die Hälfte der Befragten, dass Unternehmen GenAI verantwortungsvoll einsetzen, was auf eine signifikante Kluft zwischen technologischen Möglichkeiten und der psychologischen Akzeptanz hinweist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Vertrauen in KI-Systeme eine entscheidende Rolle für deren Akzeptanz spielt. Dieses Vertrauen muss durch geeignete Rahmenbedingungen, menschliche Mediatoren und transparente Verfahren gefördert werden, um die Potenziale der KI-Technologien in der Zusammenarbeit mit Fachexperten und deren Klienten voll auszuschöpfen.