Am 14. April 2026 wird Dr. Ramin Assadollahi seine Antrittsvorlesung als Honorarprofessor für Künstliche Intelligenz an der Universität zu Lübeck halten. Der Vortrag, der um 18 Uhr c.t. im Hörsaal AM 4 stattfindet, thematisiert zentrale Bereiche wie System-Biologie, Klinikeffizienz und Translation.
In seiner Vorlesung wird Dr. Assadollahi das Potenzial von Künstlicher Intelligenz (KI) beleuchten, insbesondere die Fähigkeit zur Simulation auf molekularer Ebene sowie das Zusammenspiel von Organen. Ein wesentlicher Fokus liegt auf der Entwicklung eines parametrisierbaren Digitalen Zwillings. Dieser soll die Interaktion zwischen genetischen Prädispositionen und beeinflussbaren Faktoren wie dem Mikrobiom modellieren.
KI in der Klinikorganisation
Ein weiterer Aspekt, den Dr. Assadollahi ansprechen möchte, betrifft die Verbesserung der Klinikorganisation durch den gezielten Einsatz von KI. Dies umfasst die Optimierung verschiedener Prozesse wie der Bettenbelegung, Personalplanung und Durchführung von Operationen. Ein zentrales Anliegen ist die Erfassung von Daten im Regelbetrieb, wobei minimale Invasivität und die Berücksichtigung von Reibungen und Ausnahmen angestrebt werden.
Dr. Assadollahi plant zudem die Entwicklung eines Krankenhausinformationssystems, das nicht nur die Lehre, sondern auch die praktische Anwendung im Klinikalltag unterstützen soll. Deutschland hat im internationalen Vergleich eine eher schlechte Bilanz bei der Überführung neuer Behandlungsmethoden in die Praxis. In diesem Kontext will Dr. Assadollahi mit seiner Erfahrung als Gründer und Unternehmer aktiv Ausgründungen und die Validierung von Businessmodellen unterstützen.
Digitale Patienten-Zwillinge im Fokus
Der Digitale Patienten-Zwilling, der als virtuell präzises Ebenbild biologischer Einheiten beschrieben wird, könnte einen Paradigmenwechsel in der personalisierten Medizin einläuten. Laut Fraunhofer spielt dieser digitale Zwilling eine entscheidende Rolle, indem er zelluläre Strukturen, Gewebe und Organe präzise nachbildet. Idealerweise enthält er sämtliche Informationen eines realen Patienten und kann physiologische Prozesse simulieren sowie Vorhersagen über die Wirkung von Medikamenten treffen, bevor diese eingenommen werden.
Dieses Konzept könnte auch die Durchführung und Effizienz klinischer Studien revolutionieren. Durch digitale Simulationen der Wirksamkeit und Dosierung können Prozesse erheblich verbessert werden. Aktuell sind weltweit nur wenige klinische Studien im Gange, die sich mit Digitalen Zwillingen befassen, wobei Diabetes als Modellkrankheit besonders hervorgehoben wird.
Die Herausforderungen bei der Erstellung solcher Modelle sind nicht zu unterschätzen. Die molekulare Komplexität des Menschen kann bisher nicht vollständig reproduziert werden, was die Präzision solcher digitalen Modelle einschränkt. Dennoch gibt es bereits fortgeschrittene Modelle, insbesondere für das Herz und die Lunge.
Datenschutz und zukünftige Perspektiven
Ein sensibles Thema bei der Entwicklung digitaler Zwillinge ist der Datenschutz. Der Zugang zu den benötigten Daten und die Autorisierung sind essenziell für den Erfolg. Letztlich zielt die Entwicklung auf einen wichtigen Schritt in der personalisierten Medizin ab, der durch die erzielten Erkenntnisse massive Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung haben könnte.
Mit seiner umfangreichen Expertise möchte Dr. Assadollahi die Rolle der KI in der Medizin entscheidend mitgestalten. Die Kombination aus technologischem Fortschritt und fundierten Fachwissen bietet die Chance, die Gesundheitsversorgung nachhaltig zu revolutionieren. Dies könnte einem Paradigmenwechsel gleichkommen, der weitreichende Folgen für Patienten und das Gesundheitswesen insgesamt haben wird.
Für weitere Informationen zu Dr. Assadollahis Antrittsvorlesung verweisen wir auf die Webseite der Universität zu Lübeck. Details zu digitalen Patienten-Zwillingen sind in der Pressemitteilung des Fraunhofer Instituts zu finden. Weitere Informationen zu den Anwendungen und Herausforderungen dieser Technologie bieten Artikel von Fraunhofer.