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Forschende der Universität Göttingen und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg haben eine umfassende Studie zur Verbreitung von viralen Infektionen zwischen Insekten in der freien Wildbahn durchgeführt. Im Fokus der Untersuchung steht die Rolle von Wildbienen, insbesondere von Steinhummeln, als Wirte für das Virus der akuten Bienenlähmung (ABPV). Diese Erkenntnisse gewähren neue Einblicke in die Dynamik der Virusübertragung und deren Auswirkungen auf die Populationen von Bienenarten.

Während Honigbienen nach einer Infektion mit ABPV schnell sterben, zeigen Steinhummeln eine erhöhte Resilienz gegenüber diesem Virus. Durch die Analyse von Daten, die an 32 Standorten in Niedersachsen und Hessen gesammelt wurden, erlangten die Forschenden wertvolle Informationen über das Blütenbesuchsverhalten verschiedener Bienenarten und führten ein umfassendes Virus-Screening bei 1.725 Bienen durch.

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Wichtige Ergebnisse der Studie

Ein zentrales Ergebnis der Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Ecology Letters, ist die Erwähnung der artspezifischen Basisreproduktionszahl R0. Diese Zahl wurde berechnet, um die Ausbreitung von Viren zu analysieren. Zudem wird festgestellt, dass Honigbienen die Hauptträger des Flügeldeformationsvirus (DWV) und des Black Queen Cell Virus (BQCV) sind, während die Steinhummeln (Bombus lapidarius) in der Hauptsache als Wirte für das Akute Bienenlähmungs-Virus fungieren.

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  • Honigbienen: Hauptträger von DWV und BQCV
  • Steinhummeln: Hauptwirte für ABPV
  • Direkter Kontakt zwischen Bienenarten erhöht Virusverbreitung

Die Studie belegt auch, dass der direkte Kontakt zu virustragenden Bienenarten entscheidender ist für die Virusverbreitung als eine bloße Anwesenheit verschiedener Bienenarten. Dies deutet darauf hin, dass ein vergrößertes Raumangebot und ein reichhaltigeres Nahrungsangebot für Bienen potenziell das Risiko der Virusverbreitung verringern könnten. Dies ist besonders relevant in Zeiten, in denen Bienenpopulationen durch verschiedene Faktoren stark gefährdet sind.

Das ComBee-Projekt

Die Forschung ist Teil des umfassenden „ComBee“-Projekts, das sowohl von der Universität Göttingen als auch von der MLU betrieben wird. Dieses Projekt wird durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sowie die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert und zielt darauf ab, die ökologische Bedeutung von Bienenpopulationen zu verstehen und deren Erhalt zu unterstützen.

Insgesamt bietet diese innovative Forschung wichtige Ansätze, um das Verständnis der Virusübertragung zwischen Bienenarten zu vertiefen und Handlungsstrategien für den Schutz von Bestäubern zu entwickeln. Das Wissen über die Virenverbreitung ist entscheidend, um die Biodiversität und den Erhalt der Ökosysteme, die auf Bestäuber angewiesen sind, nachhaltig zu fördern.