Die Vogelgrippe, auch bekannt als aviäre Influenza, wird durch Influenza-A-Viren verursacht und hat in den letzten Jahren weltweit für große Aufmerksamkeit gesorgt. Laut uk-koeln.de führen diese Viren insbesondere bei Wildvögeln und Geflügel zu häufigen Ausbrüchen. Allerdings können bestimmte Virusvarianten auch andere Tierarten infizieren und in seltenen Fällen sogar auf den Menschen übertragen werden.
Ein bemerkenswerter Ausbruch trat im Frühjahr 2024 in den USA auf, als der Subtyp H5N1 bei Milchkühen nachgewiesen wurde. Dies führte zu zoonotischen Infektionen beim Menschen, was die Brisanz dieser Viruserkrankung zusätzlich unterstrich. Ein Forschungsteam der Uniklinik Köln und der Universität zu Köln hat in einer aktuellen Studie untersucht, ob das menschliche Immunsystem in der Lage ist, den H5N1-Virus ohne vorherigen Kontakt zu erkennen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden am 10. Februar 2026 im Fachjournal Immunity veröffentlicht.
Forschungsergebnisse und deren Bedeutung
Für die Studie wurden Blutproben aus der Kölner Bevölkerung auf serologischer Ebene sowie auf Ebene einzelner antikörperproduzierender B-Zellen analysiert. Ziel war es herauszufinden, ob das Immunsystem der Menschen ähnlich unvorbereitet ist, wie es während der Anfangsphase der COVID-19-Pandemie der Fall war. Es wurde festgestellt, dass Antikörper gegen die Virusvariante A/Texas/37/2024 (H5N1) auch bei Personen ohne bekannten Kontakt nachgewiesen werden konnten.
Obwohl die Antikörperreaktion gegen A/Texas/37/2024 schwächer war als die Immunantwort gegen saisonale Grippeviren wie H1N1 und H3N2, war sie dennoch messbar vorhanden. Einzelzellanalysen ermöglichten die Isolation seltener H5N1-reaktiver Gedächtnis-B-Zellen, wobei einige kreuzreaktive Antikörper identifiziert werden konnten, die auf den konservierten Stamm-Bereich des Influenza-Oberflächenproteins Hämagglutinin gerichtet sind.
Diese Antikörper könnten möglicherweise durch frühere Kontakte mit saisonalen Grippeviren des Subtyps H1N1 induziert worden sein. Die Schutzwirkung der identifizierten Antikörper im Falle einer H5N1-Infektion bleibt jedoch unklar und steht im Fokus weiterer Forschungsbemühungen. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit mehreren Instituten durchgeführt, darunter das Friedrich-Loeffler-Institut und die Poliklinik für Arbeitsmedizin, Umweltmedizin und Präventionsforschung.
Aktueller Stand der Vogelgrippe in Deutschland
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) gibt es in Deutschland derzeit keine bekannten Erkrankungen bei Menschen aufgrund von aviären Influenzaviren. Trotzdem ist die Situation angespannt; seit Ende Oktober 2025 gibt es einen Ausbruch des Subtyps A(H5N1) bei Wildvögeln in verschiedenen Teilen Deutschlands. Die Übertragung von Tieren auf Menschen ist zwar nicht einfach, doch enge Kontakte mit erkrankten oder verendeten Vögeln und deren Produkten sollten unbedingt vermieden werden, um das Infektionsrisiko zu minimieren.
In den letzten zwei Jahrzehnten wurden weltweit über 2.600 humane Erkrankungen und 1.100 Todesfälle dokumentiert. Die häufigsten Subtypen, die bei Menschen nachgewiesen wurden, sind A(H7N9) und A(H5N1). Letzterer hat sich seit 2003 als besonders gefährlich erwiesen, insbesondere in Geflügelbetrieben und jüngst auch in Milchkuhherden in den USA.
Das Friedrich-Loeffler-Institut warnt, dass das Risiko für die Bevölkerung in Europa und Deutschland aktuell als gering eingestuft wird, trotzdem bleiben strikte Empfehlungen zum Schutz vor Vogelgrippe in Kraft. Bei unvermeidbarem Kontakt zu Wildvögeln oder infiziertem Geflügel sollten geeignete Schutzmaßnahmen getroffen werden.
In Anbetracht der globalen Entwicklung und der potenziellen Zoonosen muss die Forschung weiter intensiviert werden, um die Mechanismen der Immunantwort besser zu verstehen und angemessene Vorsorgemaßnahmen zu entwickeln.