Die VolkswagenStiftung hat Professor Walter Karlen von der Universität Ulm mit über 940.000 Euro aus ihrer Initiative „Momentum – Förderung für Erstberufene“ gefördert. Diese Unterstützung zielt darauf ab, Karlen in seiner Forschung im Bereich Mobile Health weiterzuentwickeln. Seit 2021 leitet er das Institut für Biomedizinische Technik und ist auf die Entwicklung medizinischer Wearables zur Aufzeichnung von Gesundheitsdaten spezialisiert. Sein besonderes Interesse gilt dabei der auditiven Schlafstimulation.
Die Förderung von Karlen ist Teil eines umfassenderen Engagements der VolkswagenStiftung, die regelmäßig Gelder für innovative Forschung bereitstellt. In der aktuellen Ausschreibungsrunde wurden insgesamt 11,3 Millionen Euro für 12 neue Vorhaben bewilligt. Karlen beabsichtigt, die Mittel für die Erweiterung seines Teams zu nutzen, einschließlich einer Postdoc-Stelle und eines Programmierers. Das langfristige Ziel ist die Entwicklung eines Systems zur Entdeckung individueller physiologischer Muster und seltener Krankheitsbilder in den nächsten drei bis vier Jahren.
Innovative Ansätze in der Wearable-Technologie
Ein zentrales Anliegen von Karlen ist die Personalisierung von Wearables, die zur Gesundheitsüberwachung eingesetzt werden. Aktuelle Technologien, wie Smartwatches und Fitnesstracker, nutzen häufig allgemeine Maßstäbe, die nicht auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten sind. Durch den Einsatz von Stimuli und KI-gestützter Auswertung plant Karlen, die Interaktivität dieser Geräte zu erhöhen. Der Einsatz von verstärkendem Lernen (Reinforcement Learning) soll dabei helfen, die Systeme weiter zu optimieren.
Ein Beispiel für die innovative Arbeit von Karlen ist das Projekt SleepLoop, das während seiner Zeit an der ETH Zürich entwickelt wurde. Bei diesem Projekt handelt es sich um ein Stirnband zur Messung der Hirnaktivität, das als Grundlage für die Gründung der tosoo AG diente, an der Karlen beteiligt ist. Diese Anknüpfung an frühere Forschungsergebnisse zeigt, wie wichtig fortwährende Entwicklung in der Wissenschaft ist.
Die Rolle der Digitalisierung im Gesundheitswesen
Die Digitalisierung hat die Art und Weise, wie Gesundheitsinformationen erfasst und verarbeitet werden, revolutioniert. Innovative Technologien spielen eine entscheidende Rolle im medizinischen Bereich und tragen dazu bei, präventive Gesundheitsmaßnahmen zu fördern. Digitale Lösungen, wie Telemedizin und mobile Gesundheitsanwendungen, ermöglichen effektivere Behandlungen und verbessern die Patientensicherheit.
Darüber hinaus entfalten Wearables ihre volle Wirkung im Rahmen von Smart Hospitals, wo sie als Teil des Internet of Things integriert sind. Diese Systeme erhöhen nicht nur die Mobilität von Patienten, sondern fördern auch die Vernetzung innerhalb der Krankenhäuser. So wird es möglich, die Patientenüberwachung und -betreuung in die digitale Infrastruktur zu integrieren, was die Effizienz und Sicherheit der Behandlungen erheblich steigern kann, wie Medica berichtet.
Professor Walter Karlen steht somit an der Spitze einer wichtigen Entwicklung in der medizinischen Technologie. Seine Forschungsprojekte könnten künftig entscheidend dazu beitragen, das Potenzial von Wearables zur Verbesserung der Gesundheitsüberwachung auszuschöpfen und individuelle Therapieansätze zu fördern. Die VolkswagenStiftung ermöglicht ihm dabei, seine visionären Ideen in die Tat umzusetzen.



