Der Laacher See im östlichen Teil der Vulkaneifel hat eine faszinierende Geschichte, die aus dem Laacher Vulkan hervorgegangen ist. In einem der am besten erforschten vulkanischen Gebiete Deutschlands wird die Möglichkeit eines neuen Erwachens der Vulkane intensiv diskutiert. Am 4. März findet ein öffentlicher Vortrag von Prof. Dr. Torsten Dahm vom Helmholtz-Zentrum für Geoforschung (GFZ) statt, der sich mit den neuesten Ergebnissen der vulkanologischen Forschung in der Eifel auseinander setzen wird. Der Vortrag beginnt um 20 Uhr im H1 des Hörsaalgebäudes am Schlossplatz 46 und richtet sich besonders an Schüler, Schülerinnen und Lehrkräfte.

Die Veranstaltung ist Teil der 86. Jahrestagung der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft (DGG), die in diesem Jahr in Münster stattfindet. Dabei werden erste wissenschaftliche Ergebnisse präsentiert, die durch umfangreiche seismologische Experimente gewonnen wurden.

Neuartige Forschungsansätze

Von September 2022 bis August 2023 führten Wissenschaftler des GFZ das größte seismologische Vulkan-Experiment in Deutschland durch. In diesem Rahmen wurden über 500 seismische Messstationen und ein 64 Kilometer langes Glasfaserkabel eingesetzt, um die vulkanischen Strukturen unter den Eifelvulkanen hochauflösend abzubilden. Die Ergebnisse zeigen eine genauere Darstellung des Magmareservoirs, das den Ausbruch des Laacher Sees vor 13.000 Jahren verursachte. Überraschende Erkenntnisse belegen, dass das Magmareservoir tiefer und anders ausgerichtet ist als ursprünglich angenommen.

Das Experiment enthüllte eine Vielzahl von Mikrobeben und mögliche Fluidansammlungen in der Erdkruste. Rund eintausend Mikrobeben wurden innerhalb eines Jahres zwischen Ochtendung und dem Laacher See lokalisiert. Starke Reflexionen seismischer Wellen weisen auf Ansammlungen von Fluiden hin, deren Natur derzeit noch unklar ist, ob es sich um Magma oder magmatische Fluide handelt.

Potenzielle Gefahren und zukünftige Entwicklungen

Die vulkanische Aktivität in der Eifel fand zuletzt vor 11.000 Jahren statt, wodurch die Region seither als inaktiv gilt. Einige Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der TU Bergakademie Freiberg haben aktuell die Erdkruste in dieser Region analysiert. Diese intensive Untersuchung nutzt moderne seismische Bildgebungsverfahren zur Schaffung detaillierter Darstellungen der darunter liegenden geologischen Strukturen.

Diese Strukturen, die zwischen 10 und 30 Kilometern unter der Erdoberfläche entdeckt wurden, ähneln magmatischem Gestein und könnten Taschen magmatischer Schmelzen, Flüssigkeiten oder überkritischen Gasen darstellen, die aus dem oberen Erdmantel stammen. Es wird vermutet, dass überkritische Gase, wie magmatisches Kohlendioxid, in der Eifel häufig vorkommen. Experten warnen, dass diese Bereiche durch ausreichend Druck und Auftrieb in Zukunft potenziell zu Lavaausbrüchen führen könnten.

Die Ergebnisse dieser Forschung wurden in renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht, darunter das Journal of Geophysical Research und Geophysical Research Letters. Sie bieten grundlegende Daten, die für die Beurteilung vulkanischer Prozesse und Gefahren in der Region von erheblicher Bedeutung sind.

Der bevorstehende Vortrag von Prof. Dr. Torsten Dahm verspricht, Licht auf diese spannenden Entwicklungen zu werfen und die Öffentlichkeit über die aktuellen Forschungen zu informieren, die die Dynamik der Eifelvulkane neu interpretieren könnten. Die DGG stellt somit ein wichtiges Forum für den Austausch zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit dar und bietet allen Interessierten Zugang zu aktuellen Erkenntnissen aus der Geophysik.