In einer spürbaren Reaktion auf anhaltende Tarifverhandlungen hat die Gewerkschaft ver.di für den 27. und 28. Februar 2026 einen zweitägigen Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr ausgerufen. Betroffen sind nicht nur die Beschäftigten der BOGESTRA in Städten wie Bochum und Gelsenkirchen, sondern auch tausende weitere Arbeitnehmer im kommunalen Nahverkehr über die Bundesrepublik hinweg. Die Meldung von der Ruhr-Universität Bochum besagt, dass von Betriebsbeginn bis Betriebsende an diesen Tagen keine Busse und Straßenbahnen fahren werden, was zu erheblichen Einschränkungen führen dürfte.

Wie die ZDF heute weiter berichtet, sind die S-Bahnen und Regionalzüge der Deutschen Bahn nicht betroffen, jedoch wird die Nicht-Verfügbarkeit der U35 sowie aller Busse, die die Ruhr-Universität anfahren, zu massiven Problemen führen. Die Kundencenter der BOGESTRA bleiben während des Streiks geschlossen, was die Situation für Pendler noch verschärfen wird. Experten erwarten in vielen Regionen einen nahezu völligen Stillstand des öffentlichen Nahverkehrs, was die Straßen zusätzlich belastet. Es könnten Notfahrpläne eingeführt werden, allerdings sind diese oft nicht optimal und mit vollen Fahrzeugen ausgestattet.

Motivation für den Streik

Die Streikaktion ist Teil einer breiteren Initiative, um die Arbeitsbedingungen im kommunalen Nahverkehr zu verbessern. Ver.di fordert unter anderem kürzere Wochenarbeitszeiten, längere Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. Besonders in den Bundesländern Bayern, Brandenburg, Saarland und Thüringen wird auch über höhere Löhne verhandelt. Christine Behle, stellvertretende Vorsitzende von ver.di, gibt zu bedenken, dass trotz bereits vier Verhandlungsrunden nur wenige Fortschritte erzielt werden konnten. Wegen der hohen Belastung im Fahrdienst hat die Gewerkschaft diesen Schritt als notwendig erachtet, um die Anliegen der Arbeitnehmer zu verdeutlichen. Laut einer Studie von ver.di und der Klima-Allianz Deutschland leiden viele Mitarbeiter unter übermäßiger Arbeitslast.

Unmittelbare Folge des bevorstehenden Arbeitskampfes ist die Beteiligung von rund 100.000 Beschäftigten in 150 öffentlichen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben, wie die ver.di-Pressemitteilung berichtet. Die Auswirkungen der vergangenen Warnstreiks, bereits in mehreren Städten Deutschlands, sind unübersehbar. Staus nehmen zu, da viele Pendler auf das Auto umsteigen, was den Verkehr zusätzlich belastet und die Anreise zu Arbeitsplätzen schwierig gestalten kann.

Die bevorstehenden Streiks am Freitag und Samstag kommen zu einem kritischen Zeitpunkt, wo die Gewerkschaften unverändert um eine Verbesserung der Tarifverträge ringen. Das Ende der Tarifrunde und der Warnstreiks bleibt allerdings ungewiss, und viele hoffen auf eine baldige Einigung zwischen den kommunalen Arbeitgebern und den Beschäftigten des Nahverkehrs.