Am 25. Februar 2026 startet die bundesweite Pilotinitiative Catalyst GER an der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr), die sich mit dringenden gesellschaftlichen Themen auseinandersetzt. Die Initiative, in der auch andere renommierte Universitäten beteiligt sind, sucht Antworten auf wichtige Fragen in den Bereichen Demokratie, Bildung und Künstliche Intelligenz. Die Auftaktveranstaltung findet am 12. März 2026 von 10 bis 14 Uhr im College for Social Sciences and Humanities in Essen statt. Die Anmeldung ist erforderlich, da die Plätze begrenzt sind. Laut der Universität Ruhr bietet Catalyst GER Workshops, Trainings und individuelles Coaching, um die Transferkultur in den Geistes-, Bildungs- und Gesellschaftswissenschaften zu verbessern.
Dieses Programm, das sich an einem britischen Vorbild orientiert, richtet sich an Forschende aller Erfahrungsstufen, die entweder bestehende Ideen verfeinern oder neue Möglichkeiten erkunden möchten. Im Lauf des Jahres werden Online-Workshops angeboten, die den Teilnehmenden praxisnahe Unterstützung, individuelles Feedback und Zugang zu einem interdisziplinären Netzwerk ermöglichen. Neben den Universitäten der UA Ruhr sind auch die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, die Technische Universität München, die Universität Heidelberg, die Universität Stuttgart und die Universität zu Köln Teil des Projekts.
Die Rolle der Künstlichen Intelligenz
Künstliche Intelligenz (KI) ist ein zentrales Thema der Initiative und gewinnt seit dem Launch von ChatGPT im Jahr 2022 erheblich an Bedeutung. Nach Informationen aus der Bundeszentrale für politische Bildung wird KI als Technologie betrachtet, die sowohl Chancen als auch Risiken für demokratische Prozesse birgt. Kritische Themen wie Manipulation und Desinformation durch KI sind besonders influent. Diese Problematik wird durch den Aufschwung von KI durch den Zugang zu großen Datenmengen und enormen Rechenkapazitäten verstärkt.
Die Bedeutung von KI für die Struktur und Dynamik demokratischer Öffentlichkeit ist vielschichtig. Einerseits könnte sie die Informationen und die Mediennutzung verändern, was möglicherweise zu einer Zunahme von Desinformation und Misinformation führt. Diese Herausforderungen können die Integrität des demokratischen Diskurses gefährden. So warnen Experten, dass die Ökonomie von Medien und Journalismus durch KI erheblich beeinflusst wird, während die Gefahr der Verstärkung von Filterblasen steigt.
Gefahren durch KI-Schwärme
Zusätzlich zu den Risiken der Künstlichen Intelligenz warnen Forscher im Science Policy Forum vor den potenziellen Gefahren von KI-Schwärmen, die wie echte Menschen agieren. Laut einem Bericht von Tagesschau können diese KI-Schwärme künstliche Konsense erzeugen, die das öffentliche Meinungsbild manipulieren könnten. David Garcia, ein Sozialdatenforscher an der Universität Konstanz, beschreibt KI-Agenten als steuerbar, mit beständiger Identität und Gedächtnis. Die Hürde zur Entwicklung solcher Systeme sei dabei niedrig, was die Dringlichkeit eines regulierenden Rahmens zur Wahrung demokratischer Prozesse unterstreicht.
Die Forschung plädiert für frühzeitige Maßnahmen, um solchen Risiken entgegenzuwirken. Dazu gehören Mustererkennung, um koordiniertes Verhalten von KI-Agenten zu identifizieren, sowie die Schaffung einer unabhängigen Beobachtungsstelle zur Überwachung dieser Netzwerke. Ziel ist es, die Sichtbarkeit von KI-Netzwerken zu erhöhen und somit das Vertrauen sowie die echte Meinungsvielfalt in der Gesellschaft zu schützen.