Ein neuer Ansatz zur Speicherung erneuerbarer Energien gewinnt in Bayern zunehmend an Bedeutung. Im Fokus steht die Umwandlung von überschüssiger Energie in Wasserstoff, der dann in großen Mengen gespeichert werden kann. Diese Technik könnte nicht nur zur Effizienzsteigerung der Energiewende beitragen, sondern auch saisonale Versorgungsschwankungen ausgleichen, wie tum.de berichtet.

Der geologische Speicher von Wasserstoff in der Erde wird als entscheidend für die zukünftige Energieversorgung betrachtet. In diesem Zusammenhang untersucht die aktuelle Studie SpeicherCHeck potenzielle geologische Formationen in Bayern. Ziel ist es, sichere Lagerstätten für Wasserstoff zu identifizieren, wobei besonderes Augenmerk auf ehemaligen Öl- und Gaslagerstätten sowie aktiven Erdgas-Porenspeichern liegt.

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Wasserstoffspeicher in Bayern

Die Studie, die bis 2027 laufen soll, hat bereits erste Ergebnisse geliefert. Besonders geeignete Standorte für die Wasserstofflagerung in Bayern seien die bestehenden Erdgas-Porenspeicher im Alpenvorland, darunter auch Bierwang und Inzenham. Diese unterirdischen Speicher befinden sich in porösen Gesteinsschichten, die traditionell zur kurzfristigen Lagerung von Erdgas genutzt wurden.

Die dafür notwendige Infrastruktur ist größtenteils bereits vorhanden, was die Umsetzung der Wasserstoffspeicherung erheblich erleichtert. Laut Schätzungen könnte das Speichermedium Wasserstoff in den betrachteten Lagerstätten ein Potenzial von 12,6 bis 25,2 Terawattstunden (TWh) bieten. Zum Vergleich: Die Speicherkapazitäten der norddeutschen Salzkavernen werden auf 33 TWh geschätzt.

Wissenschaftliche Einsichten und Ausblicke

Die positive Einschätzung zur geologischen Wasserstoffspeicherung in Süddeutschland wird von Michael Drews von der Technischen Universität München (TUM) hervorgehoben. Er betont, dass die Porenspeicher nicht nur zu einer Diversifizierung der Untertagespeicher beitragen könnten, sondern auch für die Energieversorgungssicherheit einer zukünftigen Wasserstoffwirtschaft von großer Bedeutung sind.

Die Relevanz solcher Projekte wird auch von Prof. David Misch von der Montanuniversität Leoben unterstrichen. Er betont, dass die Beteiligung an der Entwicklung der Speicherkapazitäten essenziell sei, um die technische Umsetzung voranzutreiben und damit die Grundlagen für eine nachhaltige Energiezukunft zu schaffen.