Am 14. Februar 2026 feierte der Dokumentarfilm „Flying Tigers“ von Madhusree Dutta seine Weltpremiere im Berlinale Forum. Der Film ist nicht nur ein künstlerisches Werk, sondern verbindet eine persönliche Geschichte mit historischen und kulturellen Themen. Madhusree Dutta, die das Projekt leitet, wird von Prof. Dr. Mi You und Purav Goswami unterstützt, die ebenfalls als Protagonisten im Film auftauchen.

Der Titel „Flying Tigers“ bezieht sich auf eine logistische Operation des US-Militärs im Zweiten Weltkrieg, die eine Verbindung zwischen Indien und China über den Himalaya herstellte. Doch die Geschichte hat nach 70 Jahren an Relevanz gewonnen, insbesondere durch eine persönliche Wendung im Leben Duttas. Bei ihrer Mutter wurde Alzheimer diagnostiziert, was eine neue Dimension in die Erzählung einbrachte. Immer wieder äußerte sie: „Schließt die Fenster. Der Tiger kommt.“ Diese Worte wurden zum zentralen Element des Films, das die Regisseurin nutzt, um die chaotische und unlogische Natur der Alzheimer-Krankheit zu reflektieren.

Thematische Vielfalt und Erinnerungen

„Flying Tigers“ untersucht verschiedene Interpretationen des Begriffs und thematisiert Erinnerungen an Krieg, Landschaften und Infrastrukturprojekte. Der Film wechselt dabei zwischen vielfältigen Blickwinkeln und Perspektiven, die die Verwirrung und Komplexität der Alzheimer-Erfahrung widerspiegeln. Diese narrative Un-Logik ist ein zentrales Stilmittel, das Dutta einsetzt, um die Zuschauer in die verschiedenen Schichten der Erinnerung und des Vergessens zu führen.

In einer Welt, in der individuelle und kollektive Erinnerungen oft miteinander verwoben sind, bietet der Film eine eindrückliche Reflexion über den Einfluss der Vergangenheit auf die Gegenwart. Die Anknüpfung an historische Ereignisse zeigt, wie tief verwurzelt diese Themen in der menschlichen Erfahrung sind und wie sie fortbestehen, selbst nachdem sie vergessen scheinen.

Zukunftsausblick

Für ein breiteres Publikum wird „Flying Tigers“ in naher Zukunft bei ARTE verfügbar sein. Diese Verfügbarkeit kann dazu beitragen, das Bewusstsein für die Themen des Films zu schärfen und die Diskussion über Alzheimer und die damit verbundenen Themen zu fördern. Madhusree Dutta hat mit diesem Werk ein bedeutendes und zeitgenössisches Projekt geschaffen, das sowohl historische als auch persönliche Dimensionen umfasst, und das Publikum auf eine emotionale und gediegene Reise mitnimmt.

„Flying Tigers“ ist somit viel mehr als ein Dokumentarfilm über eine militärische Operation; es ist eine tiefgründige Auseinandersetzung mit Erinnerungen, Identität und der Fragilität des Geistes.