Am 19. Februar 2026 veröffentlicht ein internationales Forschungsteam die detailreichste Radiokarte des Nordhimmels, die auf über einem Jahrzehnt an Beobachtungen mit dem leistungsstarken Radioteleskop LOFAR (Low Frequency Array) basiert. Diese bahnbrechende Himmelsdurchmusterung erfasst beeindruckende 13,7 Millionen kosmische Radioquellen, überwiegend aktive Galaxien und supermassive schwarze Löcher, und stellt die größte Sammlung an Radioquellen dar, die jemals geschaffen wurde. Die Ergebnisse sind in der renommierten Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht worden.
Das internationale Forschungsteam, bestehend aus Wissenschaftlern von den Universitäten Hamburg, Bielefeld, Bochum, Würzburg sowie der Thüringer Landessternwarte und dem Jülicher Supercomputing Centre, hat knapp 13.000 Stunden Beobachtungszeit mit dem LOFAR-Radioteleskop ausgewertet. Dr. Timothy Shimwell, vom niederländischen Institut für Radioastronomie ASTRON, leitete das Projekt und sorgte für die präzise Umsetzung der Himmelskarte.
Technische Details und Methodik
Die umfassende Untersuchung erfolgt im Rahmen des LOFAR Two-metre Sky Survey (LoTSS) und nutzt Hochleistungsrechner wie JUWELS, einen der schnellsten Supercomputer, für die Datenanalyse. Insgesamt erforderte die Auswertung 18,6 Petabyte an Informationen und mehr als 20 Millionen Stunden Rechenzeit. Durch diese detaillierte Betrachtung des nördlichen Himmels werden energetische Phänomene wie Jets aus supermassereichen Schwarzen Löchern sowie Galaxien mit starker Sternentstehung sichtbar gemacht. Darüber hinaus sind auch seltene Objekte wie verschmelzende Galaxienhaufen und schwache Supernova-Überreste in der Himmelskarte verzeichnet.
Wissenschaftler der Universität Bielefeld trugen entscheidend zur Sicherstellung der Genauigkeit der Himmelskarte bei. Die Ergebnisse bieten nicht nur eine entscheidende Grundlage für hunderte weiterer astronomischer Studien, sondern eröffnen auch neue Möglichkeiten für das Verständnis der Entstehung und Entwicklung kosmischer Strukturen sowie der physikalischen Prozesse, die Materie im Universum beeinflussen.
Kosmologische Implikationen
Die neueste Datensammlung wird als Schlüssel für kosmologische Analysen angesehen. So könnte die verbesserte Statistik der dritten Veröffentlichung dazu beitragen, die sogenannte Hubble-Tension zu klären und die Natur der dunklen Energie besser zu verstehen. Dominik Schwarz, der das kosmologische Team koordiniert, untersucht dabei systematische Abweichungen in den Daten, um die Validität der Ergebnisse zu bestätigen.
LOFAR ist eines der leistungsstärksten Radioteleskope weltweit, das in Deutschland von elf Universitäten und Forschungszentren an sechs LOFAR-Stationen betrieben wird. Die interaktive Karte sowie 590 Terabyte Rohdaten sind öffentlich zugänglich, was Forschern und Interessierten weltweit einen tieferen Einblick in die funkelnde Welt der Radioastronomie ermöglicht.
Bedeutende Fortschritte in der Astronomie werden durch diese umfassende Bestandsaufnahme aktiver Galaxien und kosmischer Phänomene angestoßen. Dies könnte den Weg für bedeutende Entdeckungen im Feld der Astrophysik ebnen und dazu beitragen, die Grundlagen unseres Verständnisses des Universums neu zu definieren.
Die Veröffentlichung dieser umfassenden Himmelskarte ist nicht nur ein bedeutender Meilenstein in der Radiosternkunde, sondern auch ein eindrucksvolles Beispiel für internationale Zusammenarbeit in der Wissenschaft, die grundlegende Fragen über unser Universum adressiert.
Wie news.rub.de berichtet, wird die Himmelskarte weitreichende Auswirkungen auf zukünftige astronomische Forschungen haben. Auch uni-bielefeld.de hebt hervor, dass die Ergebnisse eine bedeutende Sammlung an Daten für die wissenschaftliche Gemeinschaft darstellen. Schließlich beschreibt uni-heute.de die Himmelskarte als revolutionär in der Astronomie.