Mit Blick auf die bevorstehenden Veranstaltungen an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) lohnt sich ein genauerer Blick auf das vielfältige Programm, das ansteht. Ein Highlight wird der Gastvortrag von Dr. Inka Sauter mit dem Titel „In kritischer Würdigung. Ludwig Feuchtwanger über Franz Rosenzweig“ sein, der am Donnerstag, dem 12. Februar, um 16:15 Uhr an der FU Berlin stattfindet. Die Diskussion wird Teil des Promotionskollegs „Gebrochene Traditionen? Jüdische Literatur, Philosophie und Musik im NS-Deutschland“ sein, das sich mit der jüdischen Identität und ihren Herausforderungen im Kontext der nationalsozialistischen Vergangenheit beschäftigt.

Gleichzeitig öffnet die Studien- und Ausbildungsmesse Stuzubi in Berlin am 14. Februar von 10:00 bis 16:00 Uhr ihre Türen. Diese Messe bietet eine hervorragende Gelegenheit, sich über verschiedene Studienmöglichkeiten und -finanzierungen zu informieren. Diese Veranstaltung ist besonders für Schulabsolventen und Studieninteressierte von Bedeutung, die auf der Suche nach dem passenden Studiengang sind.

Ein neues Kapitel für die FoundHers Academy

Ein weiteres interessantes Angebot ist die FoundHers Academy an der Viadrina, die im Jahr 2026 in die zweite Runde geht. Dieses Programm richtet sich an gründungsinteressierte Frauen, unabhängig von ihrem Bildungsweg. Das Begleitprogramm umfasst Mentoring, Workshops und Peer-Gruppen und bietet einen intensiven Einstieg in die Gründungsthematik. Frauen können sich bis zum 20. Februar bewerben, und eine Online-Infoveranstaltung findet am Dienstag, dem 10. Februar, von 15:30 bis 16:30 Uhr statt.

Fotoausstellung zu den Zerstörungen in der Ukraine

Von besonderer gesellschaftlicher Relevanz ist die Fotoausstellung „War Destroys Monuments“, die heute, am 5. Februar, im Hauptgebäude der Viadrina eröffnet wurde. Diese eindrucksvolle Ausstellung zeigt 20 Fotos aus der Ukraine und dokumentiert die verheerenden Auswirkungen des russischen Angriffskriegs auf kulturelle Stätten. Der Zeitraum für die Ausstellung erstreckt sich bis zum 27. März und ist ein eindringlicher Appell an das kulturelle Gedächtnis an einem Ort, der von Studierenden und Interessierten besucht werden kann.

Im Kontext dieser kulturellen Veranstaltungen ist es besonders aufschlussreich, über die Lebensgeschichte von Franz Rosenzweig nachzudenken, dessen Wirken einen erheblichen Einfluss auf die jüdische Philosophie hatte. Rosenzweig wuchs in einer liberalen jüdischen Familie in Kassel auf und war zunächst dem traditionellen jüdischen Leben eng verbunden. Der Philosophie- und Geschichtsstudium in Göttingen, München und Freiburg führte ihn zu bedeutenden Denkern seiner Zeit und gipfelte 1912 in seiner Dissertation über die Hegelsche politische Philosophie.

Ein entscheidender Moment in Rosenzweigs Leben war sein „Nachtgespräch“ mit Eugen Rosenstock-Huessy im Jahr 1913, das ihn zum Nachdenken über eine mögliche Konversion zum Christentum brachte. Nach intensiven Überlegungen entschied er sich jedoch, Jude zu bleiben und widmete sich fortan dem Studium jüdischer Themen, unter anderem bei Hermann Cohen in Berlin. Seine bedeutendsten Werke, darunter „Der Stern der Erlösung“, das er von 1918 bis 1919 schrieb, haben tiefgreifende Einflüsse auf die jüdische Bildung und Philosophie hinterlassen.

Die Themen, die in den Veranstaltungen an der Viadrina behandelt werden, stehen in einem tiefen Zusammenhang mit der Geschichte und dem Erbe von Persönlichkeiten wie Rosenzweig. Ob es sich um philosophische Diskurse oder um die Aufarbeitung der Kultur im Kontext aktueller Ereignisse handelt, die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit bleibt von zentraler Bedeutung.

Für weitere Informationen zu den Veranstaltungen können Interessierte die Details auf den jeweiligen Webseiten nachlesen. Besucher der Messe und der Fotografie-Ausstellung sind herzlich eingeladen, aktiv teilzunehmen und sich mit den Themen auseinanderzusetzen.

Für mehr über Franz Rosenzweig können Sie Wikipedia besuchen. Informationen zu den Studienfächern sind auf Heidelberg zu finden.

Die Europa-Universität Viadrina bietet sich als ein Ort der Begegnung und des Austausches an, wo Kunst, Philosophie und Geschichte auf großartige Weise zusammenfinden.