Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften hat drei herausragende deutsche Forscher für den Frontiers Planet Prize 2026 nominiert. Unter diesen Kandidaten befindet sich Dr. Gustavo B. Paterno von der Universität Göttingen. Er wird für seinen Artikel, der im November 2024 in der renommierten Fachzeitschrift Science veröffentlicht werden soll, vorgeschlagen. Dieser Artikel dokumentiert die bemerkenswerte Entdeckung, dass „Bauminseln“ in Ölpalmenlandschaften die heimische Artenvielfalt sowie funktionelle und evolutionäre Vielfalt fördern können.

Der Frontiers Planet Prize ist mit einer Million US-Dollar dotiert und zielt darauf ab, wissenschaftliche Durchbrüche zur Stabilisierung der Ökosysteme zu würdigen. Ein zentrales Anliegen des Preises ist es, den Wettbewerb um Lösungen für globale ökologische Krisen zu fördern und wissenschaftliche Kooperation zu intensivieren. Pro Land wird eine Auswahl von drei Personen für die globale Endrunde getroffen.

Die Bedeutung von Bauminseln

Die Forschung von Dr. Paterno ist Teil eines Langzeitprojektes in Indonesien, das im Rahmen des Sonderforschungsbereichs „EFForTS“ an der Universität Göttingen durchgeführt wird. Hier arbeiten die Forscher eng mit der Universität Hohenheim und dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig zusammen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Aneignung von Bauminseln in Ölpalmenplantagen innerhalb von fünf Jahren die Artenvielfalt erhöhen kann, ohne die Produktivität der Plantagen zu beeinträchtigen.

In diesem Projekt wurden insgesamt 52 Bauminseln aus sechs lokalen Baumarten in einer industriellen Ölpalmenplantage auf Sumatra angelegt. Diese Maßnahme ist eine direkte Antwort auf die Umweltzerstörung, die durch die Umwandlung von Tropenwäldern in Palmölplantagen verursacht wird. Weltweit umfasst der Anbau von Palmöl etwa 21 Millionen Hektar, wobei die größten Flächen gerade in Indonesien und Malaysia angesiedelt sind. Der Verlust an Artenvielfalt und ökologischen Funktionen ist eine der gravierenden Folgen dieser landwirtschaftlichen Praktiken.

Forschungsergebnisse und Ausblick

Die Forschung zeigt, dass die Erträge der Ölpalmen nicht beeinträchtigt wurden, selbst ohne den Einsatz von Kunstdünger. Dies könnte potenzielle Richtlinien für die Zertifizierung von nachhaltigem Palmöl-Anbau unterstützen, die eine harmonische Koexistenz von Produktivität und ökologischer Vielfalt anstreben. Die Analysen im Rahmen des Projektes umfassten Aspekte wie Biodiversität, Wasser-, Kohlenstoff- und Nährstoffkreisläufe sowie das Mikroklima der Region. Ein entscheidender Faktor für den Erfolg war die enge Zusammenarbeit mit den Plantagenbetreibern, um die Entwaldung zu vermeiden und die tropischen Wälder zu erhalten.

Am 22. April 2025, dem Earth Day, wird eine hundertköpfige Jury einen nationalen „Champion“ auswählen, während die drei globalen „Champions“ im Juni 2026 in einer Zeremonie gewürdigt werden. Dabei werden die Institutionen der drei gekürten Personen jeweils mit einer Million US-Dollar für weitere Forschung bedacht. Hier wird ein weiteres Zeichen gesetzt, wie wertvoll innovative Ansätze für die Erhaltung von Biodiversität und die Stabilisierung von Ökosystemen sind.